Unterricht Juradistl-Betriebe besichtigt

Schüler © Bauer Markus Bild vergrößern
Bei den Juradistl-Weiderindern ließen sich die Schülerinnen von Nebenerwerbslandwirt Herbert Scheuerer (vorne) informieren.
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Hemau/Beratzhausen Ein Schuljahr lang beschäftigten sich die Schülerinnen der 12. Klasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land in Theorie und Praxis mit dem Thema „Juradistl“.

Den Abschluss bildete eine Exkursion quer durch das Projektgebiet im westlichen Landkreis Regensburg, um mit Schäfern und Weiderind-Halter ins Gespräch zu kommen.
Erste Station war der Schäferbetrieb von Josef Rebitzer bei Hemau, der von Beginn an im Juradistl-Projekt mitarbeitet. Den jungen Damen erläuterte Rebitzer die Abläufe und Fakten zu den Lämmern und Ziegen: Aspekte der Vermarktung, Klassifizierung und Zucht, Scheren, Unterschiede der diversen Rassen, Anzahl der Lammungen, Kreuzung von Rassen, Beitrag zur Landschaftspflege.
Neben Schafen umfasst das Juradistl-Projekt auch Rinder. Herbert Scheuerer in Haderlsdorf, einem Ortsteil von Beratzhausen, hält 31 Rinder unterschiedlichster Rassen. Ein wichtiger Aspekt ist bei dieser Rinderhaltung der Erhalt von Dauergrünland. Denn Grünlandflächen sind ökologisch wertvolle Elemente in unserer Agrarlandschaft und ein unverzichtbarer Bestandteil einer vielseitigen Landwirtschaft. Scheuerer kommt ohne Zukauf von Futtermitteln aus.
Als Hauptproblem nannte Scheuerer die zum Teil noch schwierige Vermarktung des Juradistl-Weiderindfleisches, da viele Metzgereien bereits neben dem normalen auch Bio-Rindfleisch anbieten und einer dritten Schiene skeptisch gegenüberstehen. Der Rinderhalter informierte die Schülerinnen darüber, mit welchem Alter die Tiere geschlachtet werden,  wie er seinen Hauptberuf und die nebenberufliche landwirtschaftliche Tätigkeit in Einklang bringt und ob die Rinder auch im Winter im Freien sind.
Den Abschluss der Exkursion bildeten die Erläuterungen des Wanderschäfers Hermann Müller, der in Pullach bei Geiselhöring zu Hause ist. Müller erklärte sämtliche Aspekte der Wanderschäferei und sprach sich für die Vorteile seines Berufsstandes aus: „In Regensburg könnte man mehr Schäfer brauchen.“MB