Verbände KLJB - klares Bekenntnis zu Europa

Katholische Landjugendbewegung © KLJB Bild vergrößern
Die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) fand vom 1. bis zum 5. März 2017 im Kloster Roggenburg statt.
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Bad Honnef-Rhöndorf - Am Sonntag ist die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) zu Ende gegangen. Der Jugendverband beschäftigte sich dabei in einem Studienteil mit der aktuellen politischen Lage, fasste einen weitreichenden Beschluss zum Thema Europa und feierte sein 70-jähriges Jubiläum.

„Die KLJB glaubt fest an die europäische Idee“, erklärt Stephan Barthelme, KLJB-Bundesvorsitzender. „Wir machen uns für ein vereintes Europa stark und wollen als Teil der europäischen Jugend unsere Zukunft aktiv mitgestalten. Unsere Zukunft liegt in Europa!“ In dem Beschluss stellt der Jugendverband umfassende Forderungen für ein offenes, demokratisches, gerechtes und erlebbares Europa. So fordert er zum Beispiel eine sichere und legale Einreise für Geflüchtete in die EU, die Stärkung der europäischen Bürgerinitiative, eine europaweite Agenda zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Finanzierung eines Interrail-Tickets für alle europäischen Jugendlichen.

 

Studienteil zur politischen Lage

Die KLJB beschäftigte sich bereits im Vorfeld der Beschlussfassung intensiv mit der aktuellen politischen Lage in Deutschland und Europa: Beim Studienteil am Donnerstag standen hierzu die Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder (SPD), Katrin Albsteiger (CSU), Waldemar Westermayer (CDU), Eva Bulling-Schröter (Die Linke) sowie Peter Meiwald (Bündnis 90/Die Grünen) den Delegierten zunächst in einem politischen Speeddating Rede und Antwort.

Eva Bulling-Schröter (Die Linke) sprach sich zum Thema Fluchtursachen für die Stärkung von sozialer Absicherung in den Herkunftsländern aus und vor allem dafür, offene Fluchtwege zu ermöglichen, denn „so wie bisher kann es nicht gehen.“

Marianne Schieder (SPD) plädierte für mehr Gelder in der Entwicklungshilfe zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde auch über Europa gesprochen, hier waren sich die PolitikerInnen einig, dass Zusammenhalt in Europa notwendig ist. „Europa ist die Zukunft“, sagte Katrin Albsteiger (CSU). Der Grünen-Abgeordnete Peter Meiwald betonte die Wichtigkeit der Solidarität: „Europa ist ein Sozialprojekt und die Legitimation dafür muss wieder hergestellt werden.“

Ein weiteres Thema im Studienteil war auch die Agenda 2030 und die Klimaziele. „Wenn wir das Klimaziel von 1,5 Grad erreichen wollen, müssen alle Ministerien an einem Strang ziehen und es zur Querschnittsaufgabe machen“, erklärte Waldemar Westermayer (CDU). „Wenn wir nicht schnell umschalten, schaffen wir das Klimaziel bis 2020 nicht“, bekräftigte auch Peter Maiwald.

70 Jahre KLJB

Mit einem Festabend wurde am Samstag das 70-jährige Jubiläum der Katholischen Landjugendbewegung gefeiert, an dem auch Bundesminister Gerd Müller teilnahm. In seiner Festrede sprach er von seiner eigenen KLJB-Zeit und betonte, wie sehr sie ihn für seinen weiteren Lebensweg inspirierte. Außerdem lobte er den Verband für sein Engagement und die gute Zusammenarbeit in den gemeinsamen Themen: „Globalisierung muss gerecht gestaltet werden. Ein entscheidender Hebel dabei ist der faire Handel, für den sich auch die KLJB seit Jahren einsetzt“, erklärte er. „Die Welt ist voller guter Ideen, lasst sie wachsen“, gab er den Landjugendlichen am Schluss mit auf den Weg.

Neben dem Bundesminister waren auch KLJB-Kontaktbischof Udo Bentz aus Mainz und viele ehemalige KLJB-Aktive zu Gast. Auch Theo Waigel, Bundesfinanzminister a. D. und der frühere bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller nahmen am Festabend teil und können ebenfalls auf eine bewegte KLJB-Vergangenheit zurückblicken. In anregenden Gesprächen erfuhren die Delegierten so die eine oder andere spannende Anekdote aus der Geschichte des Verbands.

Zukunftszeit

Auch die Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ wurde bei der KLJB-Bundesversammlung thematisiert. Die Kampagne der Mitgliedsverbände des BDKJ setzt sich gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein. Von März bis September 2017 wollen die katholischen Jugendverbände 35.000 Stunden – so lange dauert eine Legislaturperiode im Bundestag – „Zukunftszeit“ sammeln und sich dafür einsetzen, dass keine rückwärtsgewandten RechtspopulistInnen in den Deutschen Bundestag einziehen. In einem bunten Abend verbuchte die KLJB am Freitag die ersten Stunden auf dem „Zukunftszeit“-Konto.