"Die Bäuerinnen Niederösterreich" Raus aus der Opferhaltung

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Schwierige Zeiten für Bäuerinnen und Bauern. Bäuerinnenorganisation will Kraftquelle und Hilfe sein.

Die Bäuerinnen Niederösterreich, Gruppenfoto © Die Bäuerinnen NÖ/Fugger Bild vergrößern
Foto (v.l.): Landesbäuerin-Stellvertreterin Elisabeth Schwameis, Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Christine Hackl, Landesbäuerin-Stellvertreterin Andrea Wagner.

Bäuerinnen und Bauern erleben eine schwierige Zeit. Gerade jetzt will und kann die Bäuerinnenorganisation Kraftquelle und Hilfe sein. Daher haben sich 50 Funktionärinnen aus allen Landesteilen im Rahmen des Bezirks- und Gebietsbäuerinnenseminars am 13. und 14. März in Mold die Frage gestellt, wie das gelingen kann.
Viele Faktoren spielen zusammen und führen dazu, dass es in vielen bäuerlichen Betrieben aktuell nicht so läuft, wie es soll. Marktpreise sind niedrig und volatil, Ausgleichszahlungen haben nicht mehr das gewohnte Ausmaß, Auflagen erschweren Nebentätigkeiten, etc. Die Bäuerinnen-Funktionärinnen sind nicht nur selbst Betroffene, sondern werden auch oftmals mit Frust und Verzweiflung - manchmal sogar mit Existenzangst – anderer konfrontiert.

Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger: „Gerade deshalb, war es uns Bäuerinnen wichtig, uns mit der Situation auseinanderzusetzen. Hinschauen statt wegschauen – weil wir überzeugt sind, dass wir viel beitragen können, um Unterstützung für unsere Berufskolleginnen zu sein.

Die eigene Resilienz stärken
Warum meistern manche Menschen derartige Krisen besser als andere? Dieser Frage gingen Bezirks- und Gebietsbäuerinnen auf den Grund. Die Antwort lieferte Wirtschaftstrainerin und Coach Christine Hackl mit dem Begriff Resilienz. Sie versteht darunter die Kraft, mit der man wieder handlungsfähig wird.

Drei besondere innere Haltungen - Optimismus, Akzeptanz, und Lösungsorientierung - sowie vier Handlungsanleitungen bilden das Fundament dieser Widerstandskraft. Dazu zählen Verantwortung zu übernehmen, gute Beziehungen zu gestalten, sich und die eigenen Emotionen zu regulieren und die Zukunft gestalten.

Christine Hackl: „Das aktuelle Resilienz-Niveau jedes Menschen ist unterschiedlich, es hängt von vielen Erfahrungen und Prägungen
ab, die teils in der Kindheit wurzeln. Und das Wunderbare daran ist, dass Resilienz veränderbar ist. Jeder kann mit bewussten Übungen resilienter und damit handlungsfähiger
werden.“ Einige dieser Übungen haben die Seminarteilnehmerinnen selbst durchgeführt. Ihre Motivation ist hoch, das neue Wissen weiterzugeben. „Wir Bäuerinnen haben entschieden,
dass es unser Ziel ist, handlungsfähig zu bleiben. Mit Schuldzuweisungen – an wen auch immer - machen wir uns lediglich selbst schwach und hilflos. Wenn wir unsere Resilienz
stärken, können wir unsere eigene Zukunft gestalten.“, zeigt Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger die Bedeutung des Seminarinhalts auf.