Butterpreis Das richtige Produkt

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München - Die Preise für Butter haben ein kaum für möglich gehaltenes Niveau erreicht. Derzeit kann man sich jede Woche auf die neuen Preise und Notierungen der Kemptner Butter- und Käse-Börse freuen.

Auch beim Milchpulver scheint langsam ein leichter Aufwärtstrend einzusetzen. Doch die Schere geht bei diesen beiden Milchprodukten weit auseinander. Aber woher kommt dieser mächtige Unterschied? Die Frage ist auch von Fachleuten und Marktanalysten schwer bis gar nicht zu beantworten.

Das Phänomen der Spreizung zwischen Fettmarkt und Eiweißmarkt ist nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches und weltweites. Ein zarter Erklärungsversuch könnte die steigende Nachfrage nach Vollmichpulver sein. Mehr Vollmichpulvernachfrage heißt logischerweise weniger Nachfrage nach Magermilchpulver. Und mehr Vollmilchpulver heißt auch, dass in diesem Produkt mehr Fett gebunden ist, das dem Fettmarkt nun abgeht. Und natürlich spielt auch die Marktpsychologie ein gehörige Rolle; gerade und erst recht, wenn der Markt in Bewegung ist.

Vor einigen Jahren mussten sich die Molkereien noch ärgern, wenn sie keine Türme für die Pulverproduktion hatten. Heute sind sie froh darüber. Genauso falsch wäre es heute, in der Zukunft nur auf Butter zu setzen.

Wie stark sich der gute Fettmarkt auf die Erzeugerpreise auswirkt, zeigt der sogenannte Kieler Rohstoffwert Milch. Vor einem Jahr, im Mai 2016, betrug der Fettwert (bei 4,0 % Fett) 10 ct/kg. Heute (Mai 2017) liegt dieser Wert bei 20,9 ct/kg. Dass sich auf dem Eiweißmarkt innerhalb dieses Jahres nicht sehr viel bewegt hat, belegen auch die Zahlen des Rohstoffwerts. Der entsprechende Wert (Nichtfettwert) lag im Mai 2016 bei 11,7 ct/kg, ein Jahr später steht er bei 13,7 ct/kg. Auf das richtige Produkt zu setzen, ist offensichtlich mehr als schwer.