Naturschutz Tausend kleine Nadelstiche

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Simon Michel- Berger © BLW/Archiv Bild vergrößern
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München - Die Landwirte tun bereits viel für den Schutz der Gewässer, den Erhalt der Kulturlandschaft und die Bewahrung der Böden. Dennoch gibt es Handlungsbedarf.

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Ein Kommentar von Simon Michel-Berger Stellvertretender Chefredakteur

Gibt man in eine große Suchmaschine wie Google die Begriffe „Umweltbundesamt, Kritik“ und „Landwirtschaft“ ein, erhält man 270 000 Treffer. Sucht man nach den gleichen Begriffen, ersetzt aber „Landwirtschaft“ durch „Automobil“, findet man nur knapp halb so viele Ergebnisse, nämlich 123 000.

Der Ärger der Bauern ist darum gut zu verstehen. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass nicht in manchen überregionalen Medien auf Versäumnisse der Landwirtschaft hingewiesen wird. Mal sind es die hohe Nitratbelastung im Grundwasser, mal die angeblich sinkende Zahl der Insekten und mal die zu hohen Emissionen an Treibhausgasen.

Dabei gilt es, wie so oft, erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Landwirte tun bereits viel für den Schutz der Gewässer, den Erhalt der Kulturlandschaft und die Bewahrung der Böden. Was die Bauern alles freiwillig leisten, ist beachtlich. Wenn sie an etwas schuld sind, dann vor allem daran, ihre Leistungen nicht immer groß vor sich herzutragen.

Doch man darf bei aller Freiwilligkeit nicht vergessen, dass es nach wie vor Handlungsbedarf gibt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt sagt für 2021 nach wie vor zahlreiche Gebiete mit schlechtem Grundwasserzustand voraus. Auch bei Rückgang oder Erhalt der Artenvielfalt kann die Landwirtschaft eine Rolle spielen.

Dabei ist es im Grunde einfach: Die moderne Landwirtschaft ist eine Arbeitsweise, genau wie der moderne Fahrzeugbau oder das moderne Kochen. Ob sie gut oder schlecht für die Umwelt ist, liegt vor allem daran, was der Einzelne damit macht. Kein GPS ersetzt Umsicht und Rücksicht. Ein Zaubermittel, das alle Probleme löst, gibt es nicht – nicht einmal im Ordnungsrecht. Am miteinander Reden und am gemeinsamen, lösungsorientierten Arbeiten führt kein Weg vorbei – nicht für Bauern, Umweltaktivisten, Beamte oder Volksvertreter.