Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) Umbau bei der LfL wird konkreter

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Ökofeldtage © Wolfgang Piller Bild vergrößern
Ein Aufgabengebiet der LFL ist der Wissenstransfer: Die Feldtage liefern Versuchsergebnisse zu Sorten, Düngung und Produktionstechnik und damit die Basis dafür, dass neue Kenntnisse in die Praxis Einzug halten können.
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München/Ruhstorf - Aus strukturpolitischen Gründen sollen 200 Mitarbeiter der Anstalt im Laufe der nächsten zehn Jahre nach Ruhstorf verlegt werden. Der Neuaufbau in Ruhstorf soll parallel mit einer Weiterentwicklung der Landesanstalt für Landwirtschaft realisiert werden.

Mit der neuen Zweigstelle in Ruhstorf will Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die LfL noch stärker auf Herausforderungen der Zukunft ausrichten, ihre Forschungsprojekte und -vorhaben noch aktueller und zielorientierter mit den zukünftigen Erfordernissen der Praxis in Einklang bringen. Laut Brunner soll der Standort Ruhstorf zu einem „Leuchtturmstandort“ werden, zu einem „Innovationszentrum“ der LfL, das die Arbeit an den bisherigen Forschungsstandorten in Grub und Weihenstephan ergänzt.
Die Forschungsschwerpunkte in Grub (vor allem Tierhaltung) und Weihenstephan (vor allem Pflanzenbau ) sollen bestehen bleiben. Ruhstorf soll dagegen zu einer „Zukunftswerkstatt“ und zum „Experimentierzentrum“ für neue Arbeitsschwerpunkte werden.
Arbeitsschwerpunkte sollen sein:

  • Die Ökosystemforschung: Sie befasst sich mit Themenfeldern wie Ressourceneffizienz, Ressourcenschutz und Biodiversität. In einem Landschaftsgebiet mit Modellcharakter sollen hier Demonstrationsflächen mit technischen Anlagen eingerichtet werden, auch mit neu angelegten Landschaftsstrukturen. Die durchgeführten Untersuchungen (z. B. Bodenfeuchte, Nährstoffe, Wachstum und Gesundheit der Pflanzen) werden durch Online-Monitoring unterstützt.
  • Die Digitalisierung und neue Technologien: Zur Erfassung und Auswertung der immer größer werdenden Datenmengen in der Landwirtschaft soll in Ruhstorf ein Analyse- und Entwicklungszentrum aufgebaut werden, das mit den bestehenden Versuchsstationen vernetzt sein wird. In Zusammenarbeit mit Firmen und jungen Unternehmern will man so neue Anwendungsmöglichkeiten in der Agrarwirtschaft prüfen und Angebotslücken gezielt schließen.
  • Diversifizierung: In Ruhstorf soll ein „Kompetenzzentrum für die Einkommensdiversifizierung“ eingerichtet werden. Hier werden alle Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten für den Aufbau neuer Einkommens-Standbeine für landwirtschaftliche Betriebe gebündelt, vernetzt und in Praxisbeispielen veranschaulicht.
  • Wissenstransfer: Nach den Plänen des Ministers soll Ruhstorf auch ein „Zentrum für digitales Lernen“ werden, in dem Daten laufend für Bildung und Beratung in ganz Bayern aufbereitet und bereitgestellt werden. Um die Ergebnisse der Forschung möglichst schnell der Praxis zur Verfügung zu stellen, soll ein neues Kurszentrum in Ruhstorf Lehrgänge anbieten – von eintägigen bis hin zu mehrwöchigen.

Wichtige Entscheidungen fallen nächste Woche

Das Kabinett wird sich in seiner Sitzung in der kommenden Woche mit den Eckpunkten der Verlagerung einer Zweigstelle der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nach Ruhstorf an der Rott befassen. Grundlage ist der Kabinettsbeschluss vom Juli 2016, aus strukturpolitischen Gründen 200 Mitarbeiter im Laufe der nächsten zehn Jahre nach Ruhstorf zu verlegen. Nach der Behandlung der Eckpunkte im Kabinett wird dann in den nächsten Monaten ein detailliertes Verlagerungs- und Errichtungskonzept erarbeitet, das noch in der zweiten Jahreshälfte erneut dem Ministerrat vorgelegt werden soll.

Der Neuaufbau in Ruhstorf soll parallel mit einer Weiterentwicklung der Landesanstalt für Landwirtschaft realisiert werden. Damit sollen die Transparenz und Sichtbarkeit erhöht, Parallelstrukturen vermieden und Zukunftsthemen praxisorientiert angegangen werden. Vor allem durch die Umwandlung der verschiedenen landwirtschaftlichen Lehr-,
Versuchs- und Fachzentren sowie der Versuchsstationen in einen gemeinsamen Staatsbetrieb will man die Wirtschaftlichkeit erhöhen und durch verbesserte Organisation von Aufgaben Synergieeffekte nutzen.
Damit sollen sukzessive auch personelle Kapazitäten für Ruhstorf frei werden. Dem Minister ist wichtig, dass die hohe Reputation der Landesanstalt, ihre Arbeitsfähigkeit, Effizienz, die Qualität der Forschung und des Wissenstransfers durch die Umsetzung des Verlagerungskonzepts nicht beeinträchtigt werden.