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Bundes-Milchgipfel

100 Millionen plus X

pd
am
31.05.2016

Berlin - Der Milchgipfel brachte wenig Neues. Die Formel für die in Aussicht gestellte Soforthilfe von 100 Millionen € plus X war bereits im Vorfeld der Veranstaltung kursiert.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat gestern in Berlin mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel über Wege aus der schwierigen Situation am Milchmarkt beraten. Schmidt sagte zu, dass der Bund als Soforthilfe mindestens 100 Millionen Euro für in Not geratene Bauernhöfe zur Verfügung stellen wird. „Die angekündigten Hilfsmaßnahmen sind der erste richtige Schritt, um von der Krise gebeutelten Betrieben zu helfen und Betriebsaufgaben zu verhindern“, sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. „Jetzt geht es darum, den Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen und schnelle Hilfe zu leisten.“

Außerdem haben sich Handel, Molkereien und Milchbauern beim Milchgipfel zu einem Branchendialog verpflichtet. Dabei sollen Vorschläge zu einer kurzfristigen Reduzierung der Milchmenge und zu einer langfristigen Neuordnung der Marktstruktur erarbeitet werden. Die Vertreter der Molkereien haben dabei zugesagt, mit ihren Mitgliedern auf eine marktorientierte, von Molkerei und Erzeuger getragene Mengendisziplin sowie eine Flexibilisierung der Lieferbeziehungen hinzuwirken. Die Bundesregierung hat angekündigt, dies auch auf europäischer Ebene einfordern. „Der Branchendialog ist der richtige Ansatz. Jedoch brauchen wir jetzt schnell verbindliche Ergebnisse“, sagte Heidl.

Doch ein Signal der Handelsunternehmen und des Lebensmitteleinzelhandel fehlt völlig. „Ohne Bauernhöfe gibt es keine regionalen Lebensmittel! Die Handelskonzerne müssen endlich Verantwortung übernehmen“, sagte Heidl. „Heute hätten die Handelsvertreter die Preisschlacht am Kühlregal ein für allemal beenden müssen. Die hochwertigen Produkte von bayerischen Bauernhöfen dürfen nicht länger zu solch niedrigen Preisen verramscht werden. Während in den Prospekten mit schönen Bildern vom Bauernhof geworben wird, zerstört der Handel mit seiner Preispolitik gleichzeitig die wirtschaftliche Grundlage vieler Familienbetriebe.“.

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