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AbL und BDM fordern Solidarität der Marktpartner

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
01.08.2018

Die Verbände sehen nicht den Hilferufe nach staatlichen Geldern im Vordergrund, sondern die Verpflichtung der Marktpartner, Verantwortung zu übernehmen.

Der Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL e.V.) hat Agrarministerin Julia Klöckner aufgefordert, sehr zeitnah einen Agrargipfel der gesamten Agrar- und Ernährungsbranche einzuberufen, von den Bauern über die Verarbeiter bis zum Handel. Alle Akteure sollen gemeinsam rasche, unbürokratische Hilfsmaßnahmen auch jenseits finanzieller Unterstützung diskutieren und beschließen. "In dieser prekären Situation vieler dürregeschädigter Höfe müssen die Marktpartner der Landwirtschaft wie Molkereien, Schlachthöfe und Getreidehandel, aber auch wir Bauern, Verantwortung übernehmen. Eine existenzbedrohliche Krise kann nur gemildert werden, durch eine schnelle und faire Anhebung der Erzeugerpreise", so Martin Schulz, Bauer aus dem Wendland und Ottmar Ilchmann, Bauer aus Ostfriesland in einer Stellungnahme.

Ähnlich äußerte sich der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. Er sieht in staatlichen Dürrehilfen nur eine punktuelle Unterstützung für die Bauern und beklagt das Verhalten der Molkereien. Die Milchviehbetriebe hätten in wiederkehrenden Milchkrisen alle Reserven aufgebraucht, weil sie das marktwirtschaftliche Risiko ganz alleine tragen mussten, während die Milchverarbeiter sich weiter ihre Margen gezogen hätten. "Der Steuerzahler subventioniert mit den Direktzahlungen an die Landwirte letztlich den billigen Rohstoffeinkauf der milchverarbeitenden Unternehmen und damit deren internationale Wettbewerbsfähigkeit, denn kein Landwirt könnte ohne die Direktzahlungen seine Milch zu derartigen Billigpreisen abliefern", kritisiert BDM-Vorsitzender Stefan Mann. Es werde Zeit, dass diese Unternehme auch einmal Verantwortung übernehmen, wenn den Landwirten die Luft ausgehe.

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