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Ausbildung

Abschluss und Neubeginn

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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Meisterpreise
In den letzten Tagen haben rund 750 frischgebackene „grüne“ Absolventen ihren Meisterbrief erhalten, 143 davon wurden sogar mit einem Meisterpreis ausgezeichnet. © Bayr. Staatsministerium
von , am
07.12.2017

Mir ist um die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern nicht bange, zumindest aus fachlicher Sicht nicht.

Sepp Kellerer
Sepp Kellerer, Chefredakteur © BLW/Archiv

In den letzten Tagen haben rund 750 frischgebackene „grüne“ Absolventen ihren Meisterbrief erhalten, 143 davon wurden sogar mit einem Meisterpreis ausgezeichnet.

Rund 5.000 junge Menschen durchlaufen derzeit eine agrarwirtschaftliche Ausbildung. Zugegeben, das sind nicht alles Landwirtinnen und Landwirte im klassischen Sinn, aber – um es mal flapsig zu formulieren – sie haben alle Bezug zur Scholle. Nicht vergessen sollte man, dass auch immer mehr Hofnachfolger ein Studium absolvieren.

Dass es für die Eltern der jungen Meister, Bachelor und Master nicht immer ganz einfach ist, wenn der Nachwuchs mit dem neuen Abschluss heimkommt, das wollen wir gar nicht verhehlen. Natürlich wollen die das neu erworbene Wissen jetzt in die Tat umsetzen und manchmal gleich den ganzen Hof umkrempeln.

Auch wenn es schwer fällt, es ist selten richtig, neue Gedanken, Ideen und Ansätze bedingungslos zu etablieren, ohne die vor Ort auf dem Betrieb vorhandenen Erfahrungen mit ins Kalkül zu ziehen. Auch wenn es schwer fällt, es ist selten richtig, an überkommenen Arbeits- und Verhaltensweisen bedingungslos festzuhalten und alles, was an neuen Ideen eingebracht wird, als jugendliche Spinnerei abzutun.

Gott sei Dank sind diese Erkenntnisse für die allermeisten von Ihnen nichts Neues. Die Erfahrungen und die Ideen liegen auf dem Tisch des Hauses, sie werden diskutiert und erörtert und sie münden häufig in ein tragfähiges, abgestimmtes Konzept für den Betrieb. Dass das heute wahrscheinlich nicht mehr eine ganze Generation lang trägt, ist eine Binsenweisheit, ebenso, dass der Abschluss der Ausbildung kein Schlusspunkt ist, sondern nur eine Zwischenstation im Lernen.

Ein kleiner Einschub: Stete Weiterentwicklung ist auch uns ein Anliegen. Deshalb möchten wir Sie noch einmal darum bitten, an unserer kleinen Leserumfrage teilzunehmen: www.agri-experts.com/BLW-Leserumfrage.

Zurück zum Thema: Eines dokumentieren die eingangs genannten Zahlen eindrucksvoll. Auf den Höfen hantieren keine Dilettanten, denen man alle fünf Minuten auf die Finger schauen muss. Auf den Höfen arbeiten gut ausgebildete Frauen und Männer, die auf den Erhalt der Wirtschaftskraft der Betriebe und die Qualität der Produkte achten.

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