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Wildschweinjagd

Afrikanische Schweinepest - gutes Geld, schwache Ziele

Wildschwein Bache
Simon Michel-Berger, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
11.01.2018

Das Bewusstsein, wie gefährlich die Afrikanische Schweinepest für die heimische Landwirtschaft werden kann, ist endlich in der Politik angekommen.

Simon Michel-Berger

Neben dem bayerischen Umweltministerium sind auch die Landratsämter aktiv geworden und informieren verstärkt die Bevölkerung über die Gefahr, die von achtlos entsorgten Speiseabfällen ausgeht. Neue Abfalltonnen werden aufgestellt, die nicht von Wildschweinen umgeworfen werden können. Verschiedene Landkreise, darunter Straubing, haben schon staatliche Entsorgungsstellen eingerichtet, wo Jäger ihren Aufbruch entsorgen können. Ein Beispiel, dem ruhig noch andere folgen dürfen.

Nicht zuletzt nimmt der Freistaat 1,5 Millionen Euro in die Hand, um ein Prämie von 20 Euro je erlegtem Frischling beziehungsweise erlegter Bache auszubezahlen. Das ist in Zeiten knapper Kassen durchaus ein Zeichen der Unterstützung.

Aber welche Ziele sich der Freistaat mit dem Geld setzt, ist geradezu lächerlich. Laut Aussage eines Vertreters des Umweltministeriums genügt schon eine Steigerung der Strecke um 1 Prozent innerhalb von einem Quartal oder von sechs Monaten als ein Anzeichen, dass das Programm funktioniert.

Bei einer jährlichen Strecke von (laut Bayerischem Jagdverband) 60.000 bis 85.000 Tieren sind 1 Prozent mehr im Quartal rund 3000 Sauen im Jahr. Es dürfte schwer werden, so eine Abweichung von der normalen jährlichen Schwankung zu unterscheiden.

Mecklenburg-Vorpommern, der Vorreiter beim Thema in Deutschland, will die Zahl der erlegten Wildschweine mit seiner Prämie und anderen Maßnahmen um 20 Prozent erhöhen. Ein SPD-geführtes Ministerium (Mecklenburg-Vorpommern) nimmt die Sorgen der Bauern ernster als ein CSU-geführtes Haus. Dabei würden rechnerisch 1,5 Millionen doch für 75.000 Tiere reichen, oder?

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