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EU-Agrarministerrat

Afrikanische Schweinepest über Lebensmittel oder Menschen übertragen

Wildschwein mit Frischlingen
aiz
am
19.07.2017

Brüssel - Die Agrarminister der Europäischen Union wollen mehr über die Übertragungswege der Afrikanischen Schweinepest wissen. Der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jureckar vermutet, dass Menschen an der Übertragung beteiligt sind.

Mit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien, geht die Angst um, dass kein EU-Mitgliedsland mehr sicher vor der Seuche ist. "Wir müssen mehr Klarheit über die Übertragungswege der Krankheit bekommen", erklärte EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis im EU-Agrarrat. Weil zwischen den bisherigen Fällen in Ostpolen und Litauen sowie den neuen Fällen in Tschechien mehrere 100 km liegen, kämen diesmal Wildschweine als Überträger kaum in Frage. Diesmal sei die Ansteckung auf den Menschen zurückzuführen, betonte Andriukaitis. Es bliebe aber unklar, ob die Erreger über infiziertes Schweinefleisch oder über Personen übertragen wurden.

Der Kommissar forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, die Einfuhr von Lebensmitteln stärker zu kontrollieren und Jäger, Veterinäre sowie Schweinehalter besser zu informieren. Die Fälle von Afrikanischer Schweinepest seien schon eine Überraschung gewesen, kommentierte der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurecka. Auch er vermutet, dass Menschen an der Übertragung beteiligt sind. Der belgische Landwirtschaftsminister Willy Borsus erklärte, jetzt könne sich kein EU-Mitgliedsland mehr sicher fühlen und der gesamte EU-Schweinefleischsektor sei betroffen.

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