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Gülleanfall

Akute Notsituation - Güllelager platzen aus allen Nähten

Güllelager
In Schleswig-Holstein geht der Güllelagerraum aus. © imago/Chromorange
von , am
06.12.2017

Aufgrund der anhaltenden Niederschläge in den letzten Wochen und Monaten steuern Landwirte in Schleswig-Holstein auf eine akute Entsorgungsnot bei der Gülle hin.

Weil Äcker und Grünland seit Mitte Oktober nicht oder kaum befahrbar sind, konnten Gülle und Gärrückstände aus Biogasanlagen vor den Sperrzeiten nicht ausgebracht werden. Die Lagerkapazitäten werden knapp. „Wir haben eine besondere Ausnahmesituation, die die Landwirte belastet und zu akuter Gefahr für die Umwelt werden kann, wenn Güllebehälter überlaufen. Um Abhilfe zu schaffen, dürfen Bauern aber auf Antrag per Notfallgenehmigung provisorische Güllelager errichten“, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck heute (5. Dezember 2017) nach einem Gespräch mit dem Bauernverband, dem Bund Deutscher Milchviehhalter, Lohnunternehmern, Maschinenringen, den Wasserbehörden, der Landwirtschaftskammer und anderen Akteuren in Flintbek.

Strenge Auflagen

„Dabei sind strenge Auflagen einzuhalten. Es muss sichergestellt sein, dass Grundwasser und Oberflächengewässer geschützt sind, unter anderem über Spezialfolien. Das hat oberste Priorität. Außerdem müssen die provisorischen Erdlager wieder zurückgebaut werden. Das Vorgehen muss mit den Unteren Wasserbehörden abgestimmt werden“, betonte der Minister.

Wer eine solche Genehmigung erhält, müsse zudem im Laufe des Jahres nachweisen, dass seine Kapazitäten im kommenden Winter ausreichen werden. Das Vorgehen wird in einem entsprechenden Erlass geregelt und in den kommenden Tagen ein entsprechendes Merkblatt mit Empfehlungen und Hinweisen für Landwirte veröffentlicht das Ministerium auf seiner Homepage.

Suche nach weiterem Lagerraum

Bei dem Gespräch in Flintbek verständigten sich die Vertreter des Weiteren darauf, kurzfristig zu prüfen, ob und wo noch leerstehende Lagerbehälter beispielsweise auf ehemaligen oder benachbarten Betrieben vorhanden sind, die sich nutzen lassen. Außerdem prüft der Geschäftsführer des Lohnunternehmerverbandes Niels Schäfer, ob eine Lagerung von mehreren Tausend m3 Gülle in zwei großen Erdbecken in Brandenburg möglich ist.

Habeck fordert Lagerraum für neun Monate

Weitere Konsequenz sei, dass in den intensiven Tierhaltungs- und Biogasregionen Lagerkapazitäten für Gülle und Gärrückstände nachgerüstet werden müssten, betonte Habeck. „Neben einer besseren Verteilung sind vor allem längere Lagerkapazitäten – nämlich für neun statt für sechs Monate – unbedingt nötig. Diese Notwendigkeit hat der Bund aber bislang bei der Novellierung der Düngeverordnung ignoriert. Hier besteht dringender Nachholbedarf. Denn die Landwirtschaft steht vielleicht schneller als gedacht vor einem großen Anpassungsbedarf aufgrund des Klimawandels – unter anderem mit milderem Winter und häufigeren Extremwetterereignissen.“

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