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Eierskandal

Aldi nimmt vorsorglich alle Eier aus dem Verkauf

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
04.08.2017

Mülheim a.d.R./Essen/Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die Entscheidung von Aldi Süd und Nord, wegen Funden von Fipronil in den Niederlanden sowie in wenigen Fällen in Deutschland sämtliche Eier aus den Regalen zu nehmen, zum jetzigen Zeitpunkt für eine überzogene Reaktion.

Da in immer mehr Bundesländern Berichte über den Nachweis von Fipronil in Eiern gemeldet wurden, haben sich die Unternehmensgruppen Aldi Süd und Aldi Nord dazu entschlossen, deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf zu nehmen. Es handelt sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme, es kann weiterhin von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden.

Ab sofort dürfen nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein negativer Fipronilnachweis aus einer amtlichen Probenahme oder von einem akkreditierten Labor vorliegt.

Bereits seit Anfang der Woche bezieht Aldi keine Eier aus gesperrten niederländischen Betrieben mehr. Darüber hinaus wurden in den letzten Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Diese wiesen geringe Gehalte an Fipronil auf. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind diese Gehalte so gering, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung praktisch ausgeschlossen ist.

Diese Vorsichtmaßnahme kann dazu führen, dass mit Eier-Engpässen zu rechnen ist.

DBV hält Maßnahme für überzogen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die Entscheidung von Aldi Süd und Nord, wegen Funden von Fipronil in den Niederlanden sowie in wenigen Fällen in Deutschland sämtliche Eier aus den Regalen zu nehmen, zum jetzigen Zeitpunkt für eine überzogene Reaktion. Angesichts der bisherigen Untersuchungen der Behörden von Eiern aus deutscher Produktion und der wissenschaftlichen Beurteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der EU erscheint das nicht angemessen, erklärte der DBV.

Die EU-Kommission hatte gestern den niederländischen Eierskandal als „unter Kontrolle“ bezeichnet, das BfR einen Verzehr deutscher Eier als unbedenklich eingestuft. Nur in wenigen deutschen Betrieben war das niederländische Desinfektionsmittel angewendet worden, die Ende Juli aber sofort gesperrt und überprüft wurden. „Wir sehen jetzt vor allem die amtlichen Behörden in den Niederlanden und von Bund und Ländern in der Pflicht vollständig für Aufklärung zu sorgen“, betonte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des DBV.

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