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Stromtrassen

Allianz gegen den Südlink

Erdkabel
pd
am
05.05.2017

Zella/Thüringen - Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat den potenziell betroffenen Gemeinden in Südwestthüringen die Unterstützung der Landesregierung beim Kampf gegen den SuedLink zugesichert.

Bei einem Besuch in der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats (BR) Rhön informierten Vertreter des Thüringer Umweltministeriums und der Bundesnetzagentur Gemeindevertreter, Bürger und Verbände zum Planungsstand der Erdkabelleitung. „Die Landesregierung setzt sich gemeinsam mit den Landkreisen, Gemeinden und Kommunen dafür ein, dass der Schutz von Natur und Landschaft ausreichend berücksichtigt wird. Im Moment sehen wir das nicht. Gegenwärtig drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass die Antragsunterlagen den Anforderungen nur unzureichend genügen“, sagte die Ministerin heute in Zella.

Zugleich rief sie die betroffenen Akteure auf, ihre Mitwirkungsrechte im Planungsprozess zu nutzen. Dazu müssten die Unterlagen des Netzbetreibers kritisch geprüft und fachliche sowie rechtliche Bedenken deutlich formuliert werden. Noch sei der Trassenverlauf durch Thüringen zu verhindern.

Dazu kündigte Siegesmund die Vorlage eines Alternativkorridors im Rahmen der Stellungnahme zur bevorstehenden Antragskonferenz an: „Wir werden als Landesregierung einen Alternativvorschlag unterbreiten. Dieser wird Geradlinigkeit und Bündelung mit bestehender Infrastruktur in hohem Maß berücksichtigen. Zudem werden die Thüringer Naturschätze des Hainichs, der Rhön, des Thüringer Waldes und des Grünen Bandes verschont.“

Verbot für Neubau von Stromleitungen geplant

Zum Schutz des Biosphärenreservats Rhön überarbeitet das Thüringer Umweltministerium die derzeit gültige Verordnung über das Reservat. Hier soll ein Verbot für den Neubau von Stromleitungen über 110 kV aufgenommen werden. Diese neue Regelung würde den bislang vorliegenden Korridorvarianten entgegenstehen.

Beim Netzausbau leiste Thüringen mit der „Thüringer  Strombrücke“, so die Ministerin, bereits einen erheblichen Beitrag für das Gelingen der Energiewende. Mit dem SuedOstLink als weiteres HGÜ-Erdkabelvorhaben stehe eine zusätzliche Leitung durch Thüringen im Raum, woraus sich eine überproportionale Betroffenheit ergebe.

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