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Biodiversität

Artenvielfalt gibt es nicht umsonst

Biene saugt Nektar
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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
02.05.2019

Das haben auch die Initiatoren des Volksbegehrens immer wieder gesagt, und hier muss man sie packen.

michel-berger

Artenvielfalt bzw. deren Erhalt ist ein Thema, das heutzutage Hochkonjunktur erlebt. Angefangen von der Debatte über das Insektensterben über das Bienenrettungs-Volksbegehren bis hin zur Frage, was denn jeder Einzelne konkret dafür tun kann.

Nun könnte man über eine gefühlte Doppelmoral schimpfen, wenn Honigbienen, mit denen der durchschnittliche Städter so gut wie gar nichts zu tun hat, zu Helden der Artenvielfalt hochstilisiert werden, aber Wespen beim Biergartenbesuch schon durch ihre schiere Anwesenheit mittlere Panikattacken hervorrufen. Aber solche Einwände, obwohl sie Balsam auf manche geschundene Bauernseele sind, führen in der heutigen Diskussion nicht weiter. Fakt ist, dass ein Großteil der Landesfläche von Land- und Forstwirten bewirtschaftet wird. Daraus erwächst eine Verantwortung, die heutzutage im besonderen Augenmerk der Öffentlichkeit steht.

Entscheidend wird sein, was Landwirte vor Ort bereits für den Erhalt der Artenvielfalt tun und was sie brauchen, um noch mehr tun zu können. Denn eines muss klar sein: In einer Zeit, in der die nächste große Dürre drohend am Horizont erscheint, in der die Bauern vor Auflagen und Bürokratie gar nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht und in welcher der Wettbewerb aus dem Ausland weiterhin mit teilweise unfairen Vorteilen (man denke etwa an die Ukraine, aus der Batterieeier auf unseren Markt drängen und von der Industrie für ihre verarbeiteten Produkte gerne genommen werden), kann es keine Leistung zum Nulltarif geben. Das haben auch die Initiatoren des Volksbegehrens immer wieder gesagt, und hier muss man sie packen und auf keinen Fall wieder loslassen.

Auch wir wollen, Ihnen, liebe Leser, in dieser großen Debatte zur Seite stehen. Wir zeigen, wie der neue Pigport5-Stall auf Verbraucherwünsche beim Tierwohl eingeht, weisen aber auch darauf hin, wie schwierig es heutzutage ist, überhaupt einen neuen Stallbau genehmigt zu bekommen. Wir berichten, was Imker für die Bienengesundheit tun können und welche staatliche Förderung es gibt (ab S. 31). Und wir zeigen, wie jeder Gartenbesitzer etwas für die Artenvielfalt tun kann. Vielleicht sogar mit der Anpflanzung einer „Samthaarigen Stinkesche“, die heutzutage geschickt als „Bienenbaum“ verkauft wird. Darin steckt vielleicht auch die eine oder andere Marketing-Idee für unsere Landwirtschaft. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre!

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