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Kampagne des Bundesumweltmisteriums

Bauernregeln - Heidl fordert, dass Hendricks jetzt ihren Hut nimmt

Walter Heidl
pd
am
07.02.2017

München - Lichtmess am 2. Februar ist seit jeher ein wichtiger Tag im Bauernjahr. Just an diesem Tag hat das Bundesumweltministerium nun eine neue bundesweite Kampagne zur Landwirtschaft gestartet. Auf Plakaten in über 70 deutschen Städten und im Internet werden „Neue Bauernregeln“ verbreitet. Der Bayerische Bauernverband sieht in diesen einfachen Sprüche und Pseudo-Wahrheiten einen "Schlag in das Gesicht von Tausenden verantwortungsvoll arbeitenden Bäuerinnen und Bauern".

"Sie werden von einem Bundesministerium und mithilfe von Steuergeldern einfach als Umweltverschmutzer oder Tierquäler hingestellt. Die Kampagne muss sofort gestoppt werden“, sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl und fordert den Rücktritt von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Aufgabe des Umweltministeriums ist es, Probleme beim Umwelt- und Ressourcenschutz sachlich und deutlich zu benennen. Doch mit dieser unsäglichen Meinungsmache gegen alle Bauernfamilien ist Hendricks eindeutig übers Ziel hinausgeschossen. Traditionell findet zu Lichtmess Personalwechsel statt, Umweltministerin muss jetzt ihren Hut nehmen!“

Heidl kritisiert außerdem, dass das Bundesministerium mit seinen pauschalisierenden und ehrenrührigen Aussagen die Grundlagen für einen konstruktiven Dialog über Landwirtschaft und Umwelt zerstört. „Bereits in den vergangenen Monaten hat Umweltministerin Hendricks drängende Fragen in ihrem Ressort oft sehr unsachlich pauschal beantwortet und die Probleme kurzerhand auf die Landwirtschaft abgewälzt“, sagt Heidl. „Wer den Feinstaub in deutschen Städten mit drakonischen Auflagen für Ställe bekämpfen will oder beim Klimaschutz die Weidehaltung als eines der größten Probleme identifiziert, hat entweder keine Ahnung oder will gezielt Bauernhöfe zum Aufgeben zwingen.“

Aus Sicht von Bauernpräsident Heidl muss nun zudem überprüft werden, ob durch die Kampagne des Bundesumweltministeriums Steuergelder für Partei- und Wahlkampfzwecke missbraucht werden. „Mit einer derart aufgemachten Kampagne will Hendricks der SPD agrarpolitisches Profil verschaffen. Dass sich das Bundesumweltministerium auf diesem Wege vor den Wahlkampfkarren der SPD spannen lässt, ist ein Skandal.“

Diese Bauernregeln diffamieren

Bauernregel

Auch der Landvolkverband in Niedersachsen hat sich zu Wort gemeldet: „Mit ihren ‚neuen Bauernregeln‘ hat sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Ton sehr deutlich vergriffen. Diese sehr pauschalen Beleidigungen treffen jede Bäuerin und jeden Bauern in ihrer Ehre und verlangen eine Entschuldigung.“ Mit diesen Worten fordert Landvolkpräsident Werner Hilse einen sofortigen Stopp der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gestarteten Kampagne „Gut zur Umwelt. Gesund für alle“. Mit äußerst platten Bauernregeln in dem Stil von „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ diffamiert sie nach Einschätzung des Landvolkes pauschal einen gesamten Berufsstand. Information wird hier zum Wahlkampf umgemünzt, und das auch noch auf Kosten der Steuerzahler. „Frau Hendricks lässt jeglichen Respekt vermissen und tritt Dialogangebote zu einem ehrlichen Ausgleich von Landwirtschaft und Naturschutz brutal mit Füßen. Das ist nicht die Art von Fairness und respektvoller Auseinandersetzung, die SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor wenigen Tagen für den Wahlkampf angekündigt hat“, kritisiert Hilse. Landwirte wissen die Aussagekraft überlieferter Bauern- und Wetterregeln einzuschätzen, sie spiegeln zugleich die intensive Beschäftigung mit der Natur und der Umwelt wider. Die äußerst flachen und niveaulosen Bauernregeln à la Hendricks lassen diese Tiefe dagegen vermissen. „Kräht die Hendricks auf dem Mist, weiß der Bauer dass Wahlkampf ist“, kontert das Landvolk und fordert einen sofortigen Stopp der diffamierenden Kampagne.

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