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Fusion

Bayer und Monsanto - noch Chancen für die Kleinen?

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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von am
12.04.2018

Was bedeutet die Fusion von Bayer und Monsanto für die Bauern im Land?

Simon Michel-Berger
Ein Kommentar von Simon Michel-Berger, Stellvertretender Chefredakteur, Simon.Michelberger@dlv.de © Archiv

Bekommen wir, wie die schärfsten Kritiker fürchten, eine Landwirtschaft wie in den USA, mit grüner Gentechnik, riesigem Kapitaleinsatz und immer stärkerer Abhängigkeit von Großkonzernen und Banken?

Oder wird die „unsichtbare Hand“ des Wettbewerbs und die sichtbarere Hand der Kartellwächter schon alles zum Guten regeln? Ich glaube, beide Sichtweisen greifen zu kurz. Nehmen wir die berechtigte Angst vor einem schärferen Strukturwandel. Zwei große Unternehmen werden zu einem noch größeren. Das beunruhigt, aber wer kann es aufhalten? Bayer und Monsanto machen, was schon andere in der Branche getan haben (etwa Syngenta und ChemChina) und was auch anderswo geschieht.

Diejenigen, die es aufhalten könnten, die Kartellwächter, werden es nicht tun. Sie haben es bei Edeka und Tengelmann nicht getan, und sie tun es auch jetzt nicht, wo noch viel mehr Geld und noch viel mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Warum aber gibt es immer weniger mittelständische Unternehmen, die Saatgut züchten oder Pflanzenschutzmittel entwickeln? Monsanto war vor gut 100 Jahren auch ein Kleinunternehmen mit zwei Mitarbeitern. Warum kommen keine neuen Kleinen nach?

Weil die immer stärkere Regulierung über Jahrzehnte Forschung und Entwicklung so teuer gemacht hat, dass nur noch Große sie sich leisten können. Die Politik setzt dabei letztlich nur um, was die Verbraucher erwarten (möglichst viel Sicherheit um jeden Preis) und so beklagt die Gesellschaft etwas, das sie sich selber einbrockt. Es ist keine gesunde Struktur, wenn nur noch ein paar Riesen einen Markt unter sich aufteilen. Wenn es aber anders werden soll, müssen Gesellschaft und Politik andere Rahmenbedingungen setzen.

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