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Erneuerbare Energien

BBV sieht Zukunft von bayerischen Biokraftstoffen auf dem Spiel

pd
am
03.04.2017

München - Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission zur Zukunft von Biokraftstoffen sieht eine verstärkte Förderung der sogenannten „fortschrittlichen Biokraftstoffe“ aus Abfällen und Reststoffen vor. Gleichzeitig soll der Anteil von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse bis 2030 schrittweise von 7 auf 3,8 Prozent sinken. Der Bayerische Bauernverband sieht damit die Zukunft von bayerischen Biokraftstoffen und auch von regionalen Eiweißfuttermitteln gefährdet.

Die Diskussion über diesen Vorschlag beschäftigt neben dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat auch den Landesfachausschuss Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien im Bayerischen Bauernverband. „Durch diesen Vorschlag steht die Zukunft von bayerischen Biokraftstoffen und auch von regionalen Eiweißfuttermitteln auf dem Spiel“, sagte der Ausschussvorsitzende Franz Kustner. Er kritisierte den Vorschlag der EU-Kommission zur Begrenzung der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse scharf: „Die EU unterscheidet nicht zwischen Palmöl, für das Regenwald abgeholzt wird, und Rapsöl aus nachhaltigem Anbau hier in Bayern. Hier muss ganz klar unterschieden werden, welche ‚konventionellen‘ Biokraftstoffe zum Einsatz kommen!“

Nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums sollte außerdem die Steuerbegünstigung für reine Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft wegfallen. Dieser Plan konnte in letzter Sekunde gestoppt werden, nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes des Bauernverband sowie der „Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen“ (UFOP), des „Verbandes der Ölsaaten-verarbeitenden Industrie“ (OVID) und der bayerischen Staatsregierung, die sich gegen diesen Plan ausgesprochen haben. So kam es am 15. Februar 2017 zum Beschluss des Bundeskabinetts, dass die Steuerbefreiung für reine Biokraftstoffe in der Landwirtschaft fortgeführt wird.Weiterführende Informationen zum Thema Raps und Biokraftstoffe gibt es auf der Webseite der Branchenplattform Biokraftstoffe.

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