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Förderung

Benachteiligte Gebiete - das Schlimmste verhindert

Landschaft Bayern
In Bayern blieben verhältnismäßig viele Regionen in der Förderung für benachteiligte Gebiete. © eyetronic - stock.adobe.com
Simon Michel-Berger, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
17.05.2018

Das Landwirtschaftsministerium hat eine Lösung gesucht und im Rahmen der Spielräume, welche die EU ihm noch gelassen hat, alle Register gezogen.

Im bayerischen Landwirtschaftsministerium hatte man es in den letzten Monaten nicht leicht. Bekanntlich hat die EU-Kommission eine europaweite Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete vorgeschrieben, bei der insbesondere eine Liste von acht biophysikalischen Kriterien gelten soll.

Hätten in Zukunft nur noch diese acht Kriterien herangezogen werden dürfen, ob eine Region benachteiligt ist oder nicht – und damit insbesondere Anspruch auf die Ausgleichszulage hat – hätte fast jeder zweite Hektar bislang geförderte landwirtschaftliche Nutzfläche im Freistaat alt ausgesehen. Von rund zwei Millionen Hektar wären dann nämlich gut 900.000 Hektar aus der Gebietskulisse gefallen.

Nichts zu tun war auch keine Option, sonst wäre die ganze Fläche verloren gegangen. So haben die findigen Beamten im Landwirtschaftsministerium eine Lösung gesucht und im Rahmen der Spielräume, welche die EU ihnen noch gelassen hat, alle Register gezogen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Während beispielsweise in Baden-Württemberg in Zukunft knapp 40 Prozent der bislang geförderten Flächen keine Ausgleichszulage mehr bekommen, kann Bayern seine Fläche sogar um ein halbes Prozent steigern.

Kein Trost ist das freilich für all die Landwirte, die ab 2019 aus der Förderung herausfallen werden. Insgesamt geht es um gut 200.000 Hektar, am stärksten betroffen ist der Landkreis Rottal-Inn. Wenn beispielsweise der Landkreis Ebersberg künftig Großteils benachteiligtes Gebiet wird, haben die Rottaler Bauern davon nichts. Darum wird auch die nächste Aufgabe des Landwirtschaftsministeriums nicht viel kleiner als die jetzige: Wie genau wird die finanzielle Seite der Ausgleichszulage aussehen und was kann die Behörde für all die Landwirte – überall in Bayern – tun, für die sich demnächst eine Fördertür verschließt?

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