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Wandel braucht Verlässlichkeit

Bereit für weitere Veränderung

Bauerntag-2019_smb
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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
26.06.2019

Grundsatzrede von Joachim Rukwied auf dem Deutschen Bauerntag

Schkeuditz/Sachsen „Derzeit gibt es eine Welle der Ökologisierung. Vor diese Welle kommen wir nicht und da wollen wir auch gar nicht hin. Aber wir müssen Angebote machen, damit sie uns nicht wegspült.“ So beschrieb Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, in seiner Grundsatzrede auf dem deutschen Bauerntag bei Leipzig die Lage der Landwirtschaft in der Bundesrepublik.
Als konkretes Angebot an die Gesellschaft nannte er die Ausweitung des Projektes F.R.A.N.Z., das sich zum Ziel gesetzt hat, die Artenvielfalt auf Agrarflächen zu erhöhen. Auch schlug er vor, für Landwirte verpflichtende Weiterbildungen in der Tierhaltung einzuführen. Im Gegenzug dafür erwartet Rukwied aber Unterstützung für die Anliegen der Landwirtschaft und Wertschätzung für die Leistungen der Bauern.

Polarisation statt Gemeinschaftsgeist

Der Präsident verwies auf das Motto des Bauerntages „Wandel braucht Verlässlichkeit“. Die Zeiten seien politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich unruhig. Kämpfe um die globale Vormacht zwischen den USA und China, hätten konkrete Auswirkungen auf die deutschen Bauern, beispielsweise indem mehr US-Soja in die EU verkauft würde und Druck auf die heimischen Rapspreise ausübe. Der Klimawandel habe deutliche Folgen für die Bauern, nicht nur durch Dürre wie im vergangenen Jahr, sondern auch durch immer häufigere Extremwetterlagen. In gesellschaftlichen Diskussionen – auch in anderen EU-Staaten – würde mehr polarisiert und weniger nach Gemeinsamkeiten gesucht.

Die deutsche und europäische Politik müssten die Bauernfamilien bei diesen Entwicklungen begleiten. Dazu nannte Rukwied mehrere Aspekte: eine starke finanzielle Ausstattung für die künftige gemeinsame Agrarpolitik, mehr Unterstützung für bäuerliches Risikomanagement, die Fortführung der Initiative Tierwohl, Änderungen des Baurechts zur Erleichterung von Investitionen in Tierwohl, ein entschlosseneres Vorgehen gegen den Wolf, mehr Offenheit für Innovationen in der Pflanzenzüchtung und den Schutz bäuerlichen Eigentums. Abschließend rief der Präsident den Delegierten zu, sich nicht auseinander dividieren zu lassen. Er betonte: „Wir sind nachhaltig und offen für Veränderung. Das muss man anerkennen.“

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