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Grüne Woche

Bio als Chance

pd
am
13.01.2016

Bio boomt und erfährt seit Jahren ein dauerhaftes Wachstum. Bio-Produkte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und werden von vielen Erzeugern als Chance gesehen.

Heimisches Bio ist auf dem Vormarsch. Nach fünf Jahren schwachen Wachstums haben 2015 wieder mehr Bauern auf ökologischen Landbau umgestellt. Gute Marktbedingungen und höhere Förderprämien in vielen Bundesländern waren im vergangenen Jahr Gründe für die Trendwende. „Diese Dynamik müssen wir 2016 verstärken und das hohe Umstellungsinteresse von konventionell wirtschaftenden Landwirten nutzen“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland e.V., im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche.

2015 stieg die Mitgliederzahl des Verbands um 288 Betriebe, das ist der höchste Anstieg seit 2010. Damit sind nun 6.200 Betriebe Mitglied im Bioland-Verband (plus 4,9 Prozent). Flächenmäßig legte Bioland um 15.068 Hektar zu. Damit werden inzwischen 300.830 Hektar nach den Bioland-Richtlinien bewirtschaftet, ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt weiter. Nach Ansicht des Verbandes sei die Politik deshalb gefordert, die Rahmenbedingungen für mehr heimisches Bio zu verbessern, um den Verbraucherwunsch zu erfüllen. Die zentralen Forderungen von Bioland an Bund und Länder sind:

  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt soll in seiner Zukunftsstrategie zum Biolandbau den Ausbau der Forschung und Bildung verankern: 20 Prozent der Agrarforschungsmittel müssten schrittweise für die Entwicklung und den Ausbau des ökologischen Landbaus eingesetzt werden, derzeit sind es 1,5 Prozent.
  • Die Länder sollen eine verlässliche Öko-Förderung dauerhaft sowohl für Altbetriebe als auch für Umsteller sicherstellen und die Leistungen im Umwelt- und Tierschutz ausreichend honorieren.
  • Für die Agrarinvestitionsförderung im Stallbau sollen die Standards im Tierschutz erhöht werden. Maßstab müssen die tierfreundlichen Kriterien des Biolandbaus sein.
  • Eine Umschichtung der vollen möglichen 15 Prozent der Finanzmittel von der ersten in die zweite Säule der EU-Agrarförderung sei nötig.
  • Gleiche Wettbewerbsbedingungen bei der Nutzung natürlicher Ressourcen: Bioland fordert die Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger und synthetische Pflanzenschutzmittel.
  • Die Düngeverordnung müsse die Gewässer vor Überdüngung mit Nitrat und Phosphat schützen, darf aber gleichzeitig eine flächengebundene, bäuerliche, artgerechte Tierhaltung in Mittelgebirgen nicht gefährden.
  • Es bedarf eines konsequenten Stopps der Agro-Gentechnik und eines Gentechnikgesetzes, welches ein Anbauverbot von GVO auf nationaler Ebene rechtssicher garantiert.
  • Die Bundesländer sollen wirksame Ökoaktionspläne umsetzen.

„Wir brauchen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und klare Signale an konventionelle Landwirte, dass der ökologische Landbau das Landwirtschaftsmodell der Zukunft ist“, appelliert Jan Plagge an die Agrarminister.

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