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Erneuerbare-Energien-Gesetz

Bioenergie darf weiter hoffen

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
14.07.2016

München - Nun hat, nach zähem Ringen, die Biomasse doch noch einen vollen Einzug in das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefunden.

Simon Michel-Berger

Als vor einigen Monaten der Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums auf den Tisch kam, hatte das nicht so ausgesehen. Damals wollte der Bund nicht mehr viel von der einst heiß geliebten aber relativ teuren Biomasse wissen und hatte nur lapidare Ermächtigungen für Anschlussregelungen in den Ländern vorgesehen. Dass auch kleine, bestehende Biomasseanlagen sich künftig um Förderung bewerben dürfen, ist das eine Chance für viele Anlagenbetreiber.

In den Himmel wachsen die Bäume freilich deswegen nicht. Im besten Fall erhalten Anlagenbetreiber etwas weniger Förderung als heute. Im Gegenzug haben sie aber höhere Kosten, weil etwa bei Biogasanlagen künftig ein „Maisdeckel“ gilt und das Substrat für manche Betreiber verteuert. Auch Eigenverbrauch ist für geförderte Anlagen nicht möglich.

Bleibt abzuwarten, wie sich die erneuerbaren Energien angesichts des neuen Wettbewerbs um die Förderung künftig entwickeln. Eigentlich waren sie ja einmal die großen Hoffnungsträger der Energiewende. Noch immer schreibt sich die Politik den Kampf gegen den Klimawandel gerne auf die Fahnen. Erst letzte Woche hat die Bundesregierung die Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens in die Wege geleitet. Doch aus den einstigen Wundertechnologien, die Energieerzeugung in der Region und in Bürgerhand ermöglichen sollten, sind eben auch Kostenfaktoren geworden.

Es ist verständlich, wenn die Politik diese Kosten begrenzen will. Bleibt die Frage: Woher soll all der grüne Strom künftig kommen? Angesichts der anhaltenden Krise großer Energiekonzerne wie RWE und E.ON scheint auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel der Kohle noch nicht abgeschworen zu haben.

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