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Tiertransport

Jetzt braucht es klare Ansagen

Tiertransport
Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
07.02.2019

So ganz überraschend kam die Weigerung einer amtlichen Tierärztin im Landkreis Landshut sicher nicht – zumindest in verterinärmedizinischen Fachkreisen.

Die Tierärztin weigerte sich, dem Transport einer trächtigen Kalbin nach Usbekistan die Zustimmung zu erteilen. Schon in der vergangenen Ausgabe des Fachmagazins der in Deutschland verbeamteten Tierärzte wurde in einer Abhandlung deutlich gemacht, dass Tierärzte, die auf der juristisch sicheren Seite sein und bleiben wollen, in tierschutzrechtlichen Zweifelsfällen lieber einmal mehr als einmal weniger diese Zustimmung versagen sollten, um persönliche Konsequenzen zu vermeiden. Wer mag es den Veterinären also verdenken, wenn sie ihre Unterschrift bei Transporten in bestimmte Länder nur noch sparsam dosiert unter die notwendigen Formulare setzen?

Doch fest steht auch: Ein Dauerzustand darf die aktuelle Situation ganz sicher nicht werden, denn die Exporte sind unverzichtbarer Teil der Rinderhaltung. Aber auch bei den Rinderhaltern steht der Profit nicht über dem Tierschutz. Auch sie wollen Sicherheit und deshalb fordern sowohl Verbände als auch Veterinäre und Erzeuger jetzt eine klare Leitlinie aus dem zuständigen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Es müssen klare und praktikable Vorgaben sein und sie müssen schnell auf dem Tisch liegen, damit der leider fast schon alltägliche moralische öffentliche Angriff auf die Tierhaltung nicht noch mehr Munition bekommt.

Die von mehreren Seiten gewünschte Positivliste ist dabei einer der gangbaren Wege, die schnell beschritten werden können. Es sollte kein Problem sein, die Experten des Ministeriums und der Verbände baldmöglichst an einen Tisch zu holen – nur so können alle Unklarheiten beseitigt werden und die notwendige Sicherheit für die amtlichen Tierärzte und die Zuchtverbände geschaffen werden.

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