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Unwetter

Jetzt braucht es Partnerschaft

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
31.08.2017

München - Was eine Partnerschaft wert ist, das zeigt sich ganz besonders in einer schwierigen Lage, so hört man immer wieder.

Sepp Kellerer

Wenn das stimmt, dann scheint es mit der vielbeschworenen Partnerschaft zwischen Waldbesitzern und Sägewerken nicht weit her zu sein. Dem Vernehmen nach haben Sägewerke recht schnell nach dem Sturm in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau laufende Verträge gekündigt.

Das Kalkül dahinter: Der Rundholzpreis ist uns schon lange zu hoch, der Borkenkäfer hat die Wanne, respektive die Läger, voll gemacht und das Sturmholz ist jetzt unsere Chance.

„Jeder erntet eben, wenn die Sonne scheint“, so feinsinnig umschreibt der Waldbesitzer Georg Rodler dieses Vorgehen, obwohl er durch den Sturm immensen Schaden erlitten hat. Bleibt zu hoffen, dass diese Ernte recht klein ausfällt. Mit der nötigen Parnterschaft lässt sich da sicher etwas machen.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass es für jeden betroffenen Waldbesitzer eine Katastrophe ist, aber bezogen auf Bayern hat der Sturm kaum mehr als zehn Prozent des Jahreseinschlages geworfen oder gebrochen. Wenn jeder Waldbesitzer außerhalb des Schadgebietes sich nur ein klein wenig zurückhält, dann ist der vermeintliche Überhang bald wieder ausgeglichen. Die Staatsforsten haben den Frischholzeinschlag bereits gestoppt. Einzige Ausnahme ist der Borkenkäfer, dessen Bekämpfung muss weiter Vorrang haben.

Ein wenig Partnerschaft braucht es auch unter den Betroffenen – sowie die Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und vor allem mit den Forstzusammenschlüssen. Jetzt gilt es, sich einen möglichst genauen Überblick über die Schäden zu verschaffen. Der nächste Schritt ist, die Schäden bei seiner WBV zu melden.

Dann kann diese Vermarktungswege und -konditionen organisieren und dann kann langsam die Aufarbeitung beginnen.

Da eilt es überhaupt nicht. Das Holz bleibt am Stock noch am ehesten frisch und hält so am besten die Qualität. Der Käfer wird sich, wo er vorhanden ist, im Herbst wohl noch ins Schadholz einbohren, aber mehr passiert dann nicht mehr. Es reicht, wenn die Flächen bis März oder Anfang April nächsten Jahres geräumt sind.

Sie denken, so ein Bürohengst in der Münchner Redaktion, der schreibt sich leicht? O.K., dann lesen Sie bitte mal auf Seite 36 weiter.

Mit Material von Sepp Kellerer, Chefredakteur
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