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Deutscher Bauerntag

Bundeskanzlerin Merkel auf Bauerntag

Rukwied und Merkel
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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
29.06.2017

Berlin - In ihrer Rede beim Bauerntag betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie wichtig es sei, dass die Gesellschaft die Landwirtschaft achte.

Die Bauern bräuchten sich mit ihren Leistungen nicht zu verstecken.Sie lobte die Bemühungen der Landwirte, den Einsatz von Antibiotika zurückzufahren. Gleichzeitg kündigte sie jedoch an, dass die Ausrichtung der Nutztierhaltung Gesellschaft, Landwirtschaft und Politik noch beschäftigen werde. Diskussionen über Veränderungen seien jedoch keine Berechtigung, Bauern an den Pranger zu stellen.

Sie versprach, dass sich die Union dafür einsetzen werde, dass Landwirte auch künftig Glyphosat einsetzen können, wo dies nötig sei. Bei der Reform der GAP stehe sie zur Zwei-Säulen-Struktur, wobei bei der Zweiten Säule eine deutliche Entbürokratisierung nötig sei. Bis 2050 solle jeder Haushalt mit50 MBit/s schnellem Internet versorgt sein. Außerdem werde sie sich weiter für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land einsetzen. Abschließend betonte Merkel, dass sie sich einen ländlichen Raum ohne Landwirtschaft nicht vorstellen könne.

Landwirtschaft ist zu Veränderunge bereit

Die deutsche Landwirtschaft will gemeinsam mit Politik und Gesellschaft ihre Zukunft gestalten. Dabei ist sie bereit, auch konkrete Veränderung vorzunehmen. Das sind die Kernbotschaften der Grundsatzrede von Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), auf dem Deutschen Bauerntag am Mittwoch in Berlin.

Rukwied bezog sich auf das Motto der Veranstaltung „Gemeinsam Zukunft gestalten“ und betonte, wie wichtig es für die Landwirtschaft sei, auch den Dialog über die Zukunft des ländlichen Raumes zu führen. Eine Absage erteilte er hingegen Begriffen wie „Massentierhaltung“, die für einen ernsthaften Dialog nicht geeignet seien. Dem Umweltbundesamt warf er eine unseriöse Herangehensweise in der Kommunikation vor, wenn es vor möglichen Steigerungen der Wasserpreise aufgrund hoher Nitratbelastung des Grundwassers durch die Landwirtschaft warne. Landwirten die alleinige Schuld für steigende Wasserpreise zu geben sei „Bauern-Bashing“.

Als konkrete Veränderungen in der Branche bot Rukwied an, dass die Landwirtschaft Gülle in einigen Jahren flächendeckend direkt in den Boden einarbeiten könne. Außerdem unterstützte er eine stärkere Förderung der ersten Hektare im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Gleichzeitig forderte er aber eine Erhöhung der zugehörigen Hektargrenze über 46 ha hinaus.

Für die Zukunft der GAP forderte Rukwied Stabilität bei der ersten und zweiten Säule sowie – trotz Brexit –eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Kritik übte er an landwirtschaftlichen Organisationen, die sich bereits auf das Ende der ersten Säule einstellten. Damit bezog er sich auf die Deutsche-Landwirtschafts-Gesellschaft die dies in ihren zehn Thesen zur Landwirtschaft nahe gelegt hatte.

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