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Schafhaltung

Bundesprogramm Wolf - ein erster Schritt

Wolf jagt Schaf
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
15.07.2019

Seit heute, Montag den 15. Juli, können Wanderschäfer, die mit ihren Herden durch Wolf- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, eine Förderung für Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf beantragen.

Insgesamt stehen 1,05 Millionen Euro zur Verfügung, die mit je 36 €/Schaf von Wanderschäfern beantragt werden können.

Dies ist nach Aussage der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände ein erster wichtiger Schritt der Bundesregierung, die vom Wolf sehr stark betroffenen landwirtschaftliche Berufsgruppe zumindest bei den Wanderschäfern etwas unter die Arme zu greifen, so der VDL-Vorsitzende.

Bislang erfolgt die Unterstützung der Vorsorge und Entschädigung von Übergriffen durch die Länder, wo es nach wie vor bis auf wenige Ausnahmen noch erhebliche Probleme gibt. In den wenigsten Ländern werden beispielsweise 100% der zusätzlichen Aufwendungen gezahlt. Nach wie vor gibt es immer noch keine länderübergreifende Einrichtung, die alle Fragen rund um den Herdenschutz mit den betroffenen Tierhalterverbänden und den Ländern bearbeitet.

Die Schafhalter fordern zudem die Entwicklung neuer Herdenschutzmöglichkeiten. Nicht ganz Deutschland könne eingezäunt werden und so die Schafe  vor dem Wolf schützen. Auch Herdenschutzhunde seien nicht überall einsetzbar.

Weiter wollen die Schafhalter ein wissenschaftliches Gutachten, das die ökologische Wertigkeit der Schafhaltung im Vergleich zum Wolf belegt.

"Küstenschutz ohne Beweidung mit Schafen funktioniert nicht, so der VDL-Vorsitzende A. Gimber."Wir sind nicht gegen den Wolf, aber der zusätzliche Aufwand muss getragen werden und wo ein Miteinander nicht geht, müssen auch wolfsfreie Zonen möglich sein."

Voraussetzungen für die Förderung sind:

  • eine Herde von mindestens 200 Wanderschafen, die zum Stichtag 15.Juli 2019 über ein Jahr alt sind,
  • die Wanderung durch Wolfs- und Wolfspräventionsgebiete in der Hauptweidesaison 2018 und 2019 (01.04. –
  • 01.10.),
  • eine maximal 40 Hektar große im Eigentum befindliche oder gepachtete Grünland oder
  • Dauergrünlandfläche
  • sowie die Verwendung von Maßnahmen gegen den Schutz vor Wölfen (wolfsabweisende Zäune und/oder Herdenschutzhunde).

Antragsfrist ist der 15. Juli bis 31. August 2019.

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