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Handelsabkommen mit Kanada

Ceta - EU-Kommission geht von positiver Bilanz aus

pd
am
09.02.2017

Brüssel - Das Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada, kurz Ceta, baut nach Aussagen der Kommission 99 Prozent der Zölle ab. Das soll europäischen Unternehmen den Zugang zum kanadischen Markt erleichtern.

In Deutschland sollen nach Angaben der Kommission allein 10.464 Unternehmen profitieren, die meisten davon kleine und mittlere Firmen, die ihre Produkte wie etwa Fahrzeugteile, medizinische Ausrüstung und Schneepflugschaufeln nach Kanada exportieren. Damit würden 141.000 heimische Arbeitsplätze gesichert. Dies gehe aus einer interaktiven Karte hervor, die die EU-Kommission gestern (Mittwoch) auf ihren Internetseiten veröffentlicht hat. Am 15. Februar stimmt das Europäische Parlament über das Abkommen mit Kanada ab.

Die interaktive Karte bietet die Möglichkeit, sich EU-weit darüber zu informieren, wie viele Unternehmen nach Kanada exportieren und in welcher Stadt und Region diese sitzen.  Handelskommissarin Cecilia Malmström hob erneut die Bedeutung des Abkommens für die EU hervor. „Es ist das fortschrittlichste Abkommen, das die EU jemals verhandelt hat. Es lohnt sich auch, einen Blick auf den Partner Kanada zu werfen. Es ist im globalen Vergleich eines der demokratischsten und am wenigsten korruptesten Länder, es hat einen starken öffentlichen Sektor und hohe Umweltstandards“, sagte Malmström in einem Interview.

Die EU und Kanada haben von  2007-2014 CETA ausgehandelt. Kanada und die EU haben sich in Nachverhandlungen auf einen modernen und transparenten Investitionsschutz verständigt und wollen daran anknüpfend einen multilateralen Investitionsgerichtshof ins Leben rufen. Letzten Oktober haben die Mitgliedstaaten das Abkommen offiziell im Rat gebilligt. Am 15. Februar stimmt das Europäische Parlament darüber ab.

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