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Übernahmeangebot

ChemChina will Syngenta für 43 Mrd. USD übernehmen

aiz
am
10.02.2016

Basel - Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta kündigte ein Übernahmeangebot von ChemChina an.

 

Die staatliche China National Chemical Corporation (ChemChina) biete 465 USD je Syngenta-Aktie und eine Sonderdividende von 5 CHF, teilte der Basler Konzern mit, der folglich mit über 43 Mrd. USD (39,4 Mrd. Euro) bewertet wird.

Der Verwaltungsrat von Syngenta, der erst im August 2015 ein Angebot von Monsanto für mehr als 47 Mrd. USD ausgeschlagen hatte, empfiehlt seinen Aktionären, das Angebot anzunehmen. Es respektiere die Interessen aller Stakeholder des Schweizer Konzerns. Als Teil der Vereinbarung würde Syngenta weitgehend unabhängig bleiben und weiterhin von dem derzeitigen Management geleitet werden.

"Syngenta bleibt Syngenta mit Hauptsitz in der Schweiz", sagte Michel Demaré, Präsident des Verwaltungsrats des Basler Konzerns, in einem auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Video. Die Transaktion minimiere die Risiken hinsichtlich der Betriebsabläufe; sie ermögliche weiteres Wachstum, speziell in China und weiteren Schwellenländern, sowie langfristige Investitionen in Innovation", warb der leitende Manager für den Zusammenschluss.

Zustimmung von EU und USA erforderlich

Dem Deal müssen allerdings auch die Regulierungsbehörden in der EU und den USA zustimmen. Offen ist, ob das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) die Transaktion genehmigt, nachdem es China nicht besonders freundlich gegenübersteht. 2015 entfielen rund 27% des Umsatzes von Syngenta auf die Vereinigten Staaten. Das Schweizer Unternehmen erwartet, dass die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen ist.

Syngenta ist einer der weltweit größten Hersteller von Agrochemikalien einschließlich Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden sowie Saatgut und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 28.000 Mitarbeiter in mehr als 90 Ländern. Laut John Ramsay, Chief Executive Officer (CEO), wird der Bereich Saatgut bereits einer umfassenden Überprüfung unterzogen. Längerfristig soll das Unternehmen wieder an die Börse kommen. 2015 ist der Gewinn von dem Basler Konzern um 17% auf 1,34 Mrd. USD gesunken.

ChemChina hat bereits neun Industrieunternehmen in Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien und Deutschland übernommen. Erst im Januar 2016 kaufte der Konzern den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Mio. Euro. Vor knapp einem Jahr wurde die Übernahme des traditionsreichen italienischen Reifenherstellers Pirelli um 7,1 Mrd. Euro abgewickelt. ChemChina mit Hauptsitz in Peking besitzt nach eigenen Angaben Produktions-, Forschungs- und Entwicklungsanlagen sowie Marketingeinheiten in 150 Ländern und beschäftigt 140.000 Mitarbeiter. Zu den Hauptaktivitäten gehören Materialwissenschaft, Life Science, hochwertige Fabrikation und chemische Grundstoffe. Derzeit ist der Konzern auf Rang 265 der Fortune 500-Liste (umsatzstärkste internationale Unternehmen) gereiht..

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