Login
Maltesische Ratspräsidentschaft

Copa und Cogeca fordern starke Gemeinsame Agrarpolitik

Henri Brichart
pd
am
24.01.2017

Brüssel - Die Verbände wollen, dass die bestehenden GAP-Maßnahmen – Direktzahlungen an die Landwirte, Marktsicherheitsnetze und Risikoversicherung erhalten bleiben, um die extreme Marktvolatilität auf den Agrarmärkten zu bewältigen, denn sie hätten sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen.

In einer Sitzung diskutierten Copa und Cogeca gestern das Arbeitsprogramm der maltesischen Ratspräsidentschaft und erläuterten zentrale Ansätze zur Sicherung eines nachhaltigen EU-Agrarsektors in der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Anlass war die Besprechung des Arbeitsprogramms durch die EU-Landwirtschaftsminister sowie die bevorstehende öffentliche Konsultation der EU-Kommission zur zukünftigen GAP, deren Beginn am 2. Februar erwartet wird.

An den maltesischen Staatssekretär für Landwirtschaft, Fischerei und Tierschutz, Roderick Galdes, gewandt sagte Copa-Vize-Präsident Henri Brichart: „Bei Copa und Cogeca haben wir bereits mit den Überlegungen zur zukünftigen GAP begonnen. Diese sollte wirksame Antworten auf die Herausforderungen, mit denen die Landwirte zu kämpfen haben, bieten. Was die Landwirte wirklich brauchen, ist eine einfache Politik, welche es ihnen ermöglicht, sichere, nahrhafte und hochwertige Lebensmittel für die Verbraucher in und außerhalb der EU auf nachhaltige Art und Weise zu erzeugen.“

„Wir brauchen in Zukunft eine stärkere und stabilere GAP, welche nachhaltig ist und gemeinsame Regeln für alle hat, um gleiche Ausgangsbedingungen zu garantieren. Sie muss durch einen starken Haushalt getragen werden. Dies ist angesichts der Tatsache, dass die GAP lediglich weniger als 1 % der gesamten öffentlichen Ausgaben der EU ausmacht, von großer Bedeutung – ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis“, betonte er.

„Bestehende GAP-Maßnahmen – Direktzahlungen an die Landwirte, Marktsicherheitsnetze und Risikoversicherung – müssen erhalten bleiben, um die extreme Marktvolatilität auf den Agrarmärkten zu bewältigen, denn sie haben sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen. Wir müssen jedoch in der Lage sein, diese Maßnahmen schneller zu aktivieren. Die letzten Jahre haben zudem gezeigt, dass noch mehr nötig ist – unter anderem mehr Risikomanagementinstrumente für die Landwirte und die Entwicklung von Terminmärkten. Risikomanagementinstrumente müssen in der zukünftigen GAP weiterentwickelt werden, um nicht nur Klima-, sondern auch Marktrisiken zu bewältigen“, fügte er hinzu.

GAP-Regeln vereinfachen

Brichart äußerte darüber hinaus seine Unterstützung für die aktuellen Bemühungen der EU-Kommission, die GAP-Regeln zu vereinfachen. In den letzten Vorschlägen zur Vereinfachung der Greening-Maßnahmen gab es einige Verbesserungen, in einigen Bereichen sehen wir jedoch große Probleme. Es ist insbesondere problematisch, dass die Kommission vorschlägt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Eiweißpflanzen auf Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) zu verbieten. Dies stellt keine Vereinfachung dar. Des Weiteren appellierte er an die maltesische Ratspräsidentschaft, die gute Arbeit der slowakischen Ratspräsidentschaft im Hinblick auf die Überarbeitung des EU-Ökolandbaus weiterzuführen.

In seiner Reaktion stimmte Galdes Copa und Cogeca mit Blick auf die Notwendigkeit einer starken GAP zu und betonte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um den Kurs der zukünftigen GAP zu prägen. „Die passenden Instrumente müssen zur Verfügung stehen, insbesondere beim Thema Risikomanagement“, unterstrich er. Das Thema wird anlässlich des EU-Landwirtschaftsministertreffens im März diskutiert werden. Sein Ziel ist es zudem, eine gangbare Lösung für das Ökolandbau-Thema zu finden und die Ratspräsidentschaft arbeitet an einem Kompromisstext.  

Auch interessant