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Konventionelle Biokraftstoffe

Copa warnt vor Abschaffung

pd
am
17.10.2016

Brüssel - Copa & Cogeca warnten im Rahmen einer von der European Oilseed Alliance im Europäischen Parlament organisierten Debatte vor den Plänen der Europäischen Kommission, konventionelle Biokraftstoffe nach 2020 abzuschaffen.

Rapsblüte

Sie seien unerlässlich, um das Eiweißdefizit der EU in der Tierfütterung zu reduzieren, den Verkehrssektor CO2-ärmer zu machen und den Ländern bei der Erreichung der Klimaziele zu helfen.

Im Rahmen der Debatte sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Ölsaaten“ von Copa & Cogeca, Arnaud Rousseau: „Wir sind äußerst besorgt über den Vorschlag der EU-Kommission, nachhaltige konventionelle Biokraftstoffe, die Teil der EU-Strategie zu emissionsarmer Mobilität sind, abzuschaffen. Die Landwirte sind bereits mit außergewöhnlichen Herausforderungen konfrontiert. Ihnen das Zusatzeinkommen aus der Biodieselproduktion zu nehmen, wäre ein weiterer harter Schlag für sie und die Wirtschaft insgesamt. Der Absatzmarkt für Biodiesel trägt auch zur Reduzierung der Preisvolatilität von Ölsaaten bei und schützt gleichzeitig die Artenvielfalt.“

„Biokraftstoffe leisten nicht nur einen Beitrag zu einem CO2-ärmeren Verkehrssektor und zur Erreichung der Klimaziele“, so Pesonen weiter. „Sie bringen auch den Warenmarkt ins Gleichgewicht und sichern ein gutes Futterangebot für Nutztiere, da nur ein Bruchteil des Rapses oder des Weizens für die Biodiesel- oder Bioethanolproduktion genutzt wird.“ Der Rest ist ein eiweißreiches Nebenprodukt für die Viehfütterung. Bei der Produktion von einem Liter Bioethanol entstehen 1 bis 1,2 kg Eiweißfutter und 60 % Rapsschrot.  Dies ist ein effektiver Weg zur Herstellung pflanzlichen Proteins für die Tierfütterung und für die Wirtschaft. Die EU importiert bereits 70 % ihres Bedarfs an Sojaschrot, was jährlich 12 Mrd. Euro kostet. Durch die Verwendung von Biokraftstoffen werden Wachstum und Beschäftigung in den ländlichen Gebieten der EU gestärkt. Sie sind ein wichtiger Teil der Bioökonomie.

„Nach Aussage der Kommission sollen konventionelle Biokraftstoffe der EU aufgrund ihrer angeblichen indirekten Auswirkungen in Form von CO2-Emissionen durch Abholzung und die Umwandlung von Torfflächen in Nicht-EU-Ländern abgeschafft werden. Das ist absolut inakzeptabel. Dieses Problem sollte nicht den europäischen Landwirten aufgebürdet werden. Die EU muss die Einführung einer wirksamen Umweltgesetzgebung fördern, um diese Landnutzungsänderungen zu verhindern“, sagte der Generalsekretär von Copa & Cogeca, Pekka Pesonen, abschließend.

Ende des Jahres steht auch die Reform der Richtlinie „Erneuerbare Energien“ an.

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