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BDM-Demonstration

CSU offen für Mengensteuerung

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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BDM-Demo in München
© Ludwig Holly
von , am
12.10.2017

München - Nichts ging mehr auf dem Franz-Josef-Strauß-Ring vor der Bayerischen Staatskanzlei: Über 200 Milchbauern waren vergangenen Montag mit ihren Schleppern gekommen und hatten die Straße blockiert.

Aufgerufen zu der Demo hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Es  war die Abschlussveranstaltung der seit 25. August durchgeführten bundesweiten „BDM-Milch-(Ver)Pulver-Tour“. Dabei richtete sich der Unmut der Milchbauern nicht gegen die Bayerische Staatsregierung, sondern sie galt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der Bundesregierung und der EU.

Der Anlass für die Aktion war auch nicht der Milchpreis, sondern das nach Meinung der Milchbauern völlig falsch gehandhabte Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt. „Das EU-Sicherheitsnetz muss jetzt ausgebaut werden, solange die Markterholung anhält. Kippt der Markt wieder, entstehen erneut Verluste, die die ohnehin stark angeschlagenen Milchbetriebe massiv gefährden. Dann muss ein wirksames Kriseninstrumentarium, das zur Markterholung beiträgt, schon einsatzbereit sein“, erklärte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.

Die Milchbauern setzen dabei auf Ministerpräsident Horst Seehofer und Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Beide haben sich für eine dauerhafte Erweiterung des Sicherheitsnetzes eingesetzt, um bei Bedarf auf EU-Ebene zeitlich befristet die Milcherzeugungsmengen begrenzen und so den Milchmarkt stabilisieren zu können.
So sollte die Demo CSU-Chef Seehofer auch den Rücken stärken, wenn er darauf drängt, dass die Einleitung von entsprechenden Maßnahmen bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen ein Thema ist.  Stellvertretend für Seehofer nahm Staatskanzleichef Marcel Huber das „BDM-Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept“ entgegen. „Die Botschaft ist angekommen. Ich schaue mir das Papier genau an. Wir werden dafür sorgen, dass eine Mengensteuerung in den Koalitionsvereinbarungen vorkommt“, versprach Huber.

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