Login
Prävention

Dänemark will Grenzzaun zum Schutz gegen ASP bauen

Dänemark Nationalflagge
Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
27.03.2018

Der dänische Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen hat den Bau von Wildzäunen entlang der Südgrenze – also der Grenze zu Deutschland – angekündigt und weitere Maßnahmen zum Schutz der dänischen Schweinebranche ergreifen zu wollen.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V.  sieht in der Aktion  mehr Populismus als eine effektive Seuchenprävention.

Laut Agra-Europe (AgE) sollen auf der rund 70 km langen deutsch-dänischen Grenze Zaunanlagen mit einer Höhe von 1,5 m angelegt werden, der Grenzverkehr nach dem Schengen-Abkommen werde nicht beeinträchtigt. Die Zustimmung des dänischen Parlaments steht noch aus. Dänemark begründet die Idee eines Grenzbaus mit den wirtschaftlichen Folgen eines ASP-Ausbruchs für die dänische Wirtschaft. Handelssanktionen könnten dann bis zu 1,5 Mrd. Euro kosten.

Ein Zaun werde nach Auffassung Minister Larsens die Zuwanderung von Schwarzwild wirksam unterbinden und zugleich die Bejagung des Wildschweinbestands auf dänischer Seite erleichtern.

Zweifel an dem Sinn

Kritik und Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Zaunbaus zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein äußerte auch Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck gegenüber SpiegelOnline. So betonte Habeck die Bedeutung des Menschen bei der Übertragung des Virus.

Auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist darauf hin, dass sich ASP vor allem über menschliche Aktivitäten über weitere Strecken verbreite, also über kontaminierte Lebensmittel oder unzureichend desinfizierte Viehtransporte.

Auch interessant