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Befragung

Danke

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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von , am
13.07.2017

München - Zunächst einmal danke an alle Landwirte, die sich die Mühe gemacht haben, an der Befragung zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) teilzunehmen. Vergangene Woche wurden deren Ergebnisse vorgestellt und man kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Ein Kommentar von Simon Michel-Berger, Stellvertretender Chefredakteur, Simon.Michelberger@dlv.de © Archiv/BLW

Denn die zentrale Aussage, die herauskam war: Die GAP funktioniert (im Großen und Ganzen) und muss auch künftig stark bleiben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn die europaweite Kampagne Living Land, die mit der immer gleichen vorgefertigten Antwort „Die GAP taugt nichts“ über 250 000 mal die EU-Kommission bombardiert hat, ist letztlich gescheitert. Die Brüsseler Behörde hat deren Pauschalantworten als eine einzige gewertet und den Aussagen von Einzelpersonen viel mehr Gewicht eingeräumt.

Bemerkenswert war auch, wie viele Landwirte an der Befragung teilgenommen haben. Über 21 000 Bauern und andere Personen aus dem Agrarbereich haben sich die Mühe gemacht, den Fragebogen durchzuarbeiten. Die allermeisten davon aus Deutschland – wobei auch französische und österreichische Bauern sich wacker geschlagen haben. So verwundert es nicht, dass am Ende auch Themen wie die Einkommenssituation der Landwirte eine große Rolle spielen, nicht nur Forderungen nach mehr Umweltschutzleistungen. Allerdings zeigt die Befragung auch einen deutlichen Graben zwischen den Bauern, die eben ein faires Einkommen wollen und den übrigen Bürgern, die mehr Umwelt- und Klimaschutz in der GAP fordern. Wie dieser Graben durch die Agrarpolitik überbrückt werden soll, ist noch völlig unklar.

Froh stimmt immerhin, dass die Befragten fast einstimmig fordern, die Position der Landwirte in der Wertschöpfungskette zu stärken. Stärkeren Rückhalt, um etwas gegen die Übermacht des Lebensmitteleinzelhandels zu tun, kann es kaum geben, Kommissar Hogan!

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