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Umwelt

Deutschland muss Ammoniakemissionen um 29% reduzieren

aiz
am
28.11.2016

Straßburg - Mit einer deutlichen Mehrheit stimmte vergangene Wocje das Europäische Parlament dem Kompromiss über die Reinhaltung der Luft zu.

Gülledüngung

Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten hatten sich Ende Juni im Trilog auf nationale Verminderungsziele für Luftschadstoffe geeinigt. Demnach muss Österreich seine Ammoniakemissionen bis 2030 um 12% vermindern, Deutschland um 29%. "Die Klima- und Luftreinhalteziele sind sehr ambitioniert, das steht außer Frage. Die Europäische Union ist aber auf gutem Weg, den Zieleinlauf 2030 zu schaffen. Dazu braucht es einen ambitionierten Beitrag aller", zeigte Elisabeth Köstinger, Umweltsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, auf.

Die Anforderungen der Landwirtschaft wurden in Bezug auf Ammoniak abgemildert, vor allem auf Drängen der EU-Mitgliedstaaten hin. Die EU-Kommission und der Umweltausschuss des EU-Parlaments hatten sich für eine Verminderung der Ammoniakemissionen in Deutschland um 39% ausgesprochen. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft bleiben abzuwarten.
 

Kein Reduktionsziel für Methan

Methan wurde im Laufe der Verhandlungen von der Liste der zu reduzierenden Schadstoffe gestrichen. "Im Luftpaket konnte neben der Ausnahme von Methan auch mehr Flexibilität für die Mitgliedstaaten bei der Erreichung der Ziele für Stickoxide, Schwefeldioxid und Feinstaub erreicht werden: Das ist ein Verhandlungserfolg, den das Europäische Parlament für sich verbuchen kann. Eine meiner ersten Kernforderungen der Ausnahme von Methan für die Landwirtschaft konnte erreicht werden. Umweltgesetzgebung muss auch umsetzbar sein", betonte Köstinger.

Methan werde vor allem von Wiederkäuern ausgestoßen und das Ziel könne es nicht sein, die Kühe wieder in den Stall zu sperren, erklärte der niederländische Liberale Jan Huitema aus dem Agrarausschuss des Europaparlaments während der Plenumsdebatte in Straßburg. Vor allem die Grünen kritisierten zu niedrige Ambitionen bei den Ammoniakemissionen. "Der Agrarsektor bleibt außen vor und muss die Luft nicht sauber halten", beklagte der Niederländer Bas Eickhout von den Grünen. Andere Abgeordnete der Sozial- und der Christdemokraten wiesen darauf hin, dass die Belastung für den Agrarsektor auf ein zumutbares Niveau gesenkt wurde. Eine gezielte Ausbringung der Gülle nützt nicht nur der Luft, sondern auch dem Ansehen der Landwirtschaft, betonte der deutsche EU-Abgeordnete Peter Liese (CDU). Die Geruchsbelästigung sei dann deutlich zurückgegangen. Weitere Europaabgeordnete wiesen auf ein maßvolles Vorgehen hin, um die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarbetriebe nicht zu gefährden.

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