Login
Kundgebung

Dialog statt Protest – Wir machen Euch satt 3.0

wir machen euch satt
pd
am
23.01.2017

Berlin - Rund 700 Landwirte trafen sich am Samstag auf dem Washingtonplatz in Berlin, um für die deutsche Landwirtschaft zu werben und um mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. „Dialog statt Protest – Wir machen euch satt!“ lautete das Motto, das bewusst einen Gegenpol zur Veranstaltung „Wir haben es satt“ setzte. Nach der Kundgebung suchten die Landwirte, die aus ganz Deutschland angereist waren, die Diskussion mit den Berliner Bürgern.

Bereits zum dritten Mal in Folge haben Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet die Internationale Grüne Woche (IGW) genutzt, um mit den Berliner Bürgern ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr trafen sich rund 700 Landwirte auf dem Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof. „Der Dialog ist uns sehr wichtig“, sagte dazu Marcus Holtkötter, Landwirt aus Altenberge (NRW). Er ist neben Nadine Henke, Tierärztin und Landwirtin aus Bruchhausen-Vilsen (Nds.) und Bernhard Barkmann, Landwirt aus Messingen (Emsland), einer der Initiatoren der Kundgebung. Die Idee zu dieser Aktion ist aus der Initiative „Frag` den Landwirt“ heraus entstanden, eine große Gruppe von Landwirten, die tagtäglich in den sozialen Netzwerken Antworten auf Fragen zur Landwirtschaft gibt.

„Wir haben das Thema Dialog sehr bewusst gewählt und wollen damit auch einen Gegenpol zu der Demonstration „Wir haben es satt“ setzen, die am selben Tag an anderer Stelle stattfindet“, ergänzte Nadine Henke. „Wir möchten auch daran erinnern, dass es unsere vorrangige Aufgabe ist, Lebensmittel in ausreichender Menge und sicherer Qualität ressourcenschonend zu erzeugen. Das wird in den gesellschaftlichen und politischen Diskussionen heute leider viel zu häufig vergessen."

Hinter der Kundgebung „Dialog statt Protest“ stehen konventionell und biologisch wirtschaftende, große und kleine Betriebe, Ackerbauern und Tierhalter sowie Landwirte, die aus dem Bereich der Sonderkulturen (Obst, Gemüse, Wein etc.) kommen. Die Landwirte in Berlin vertreten damit auch die große Vielfalt der deutschen Landwirtschaft. Sehr viele von ihnen informieren das ganze Jahr über die Verbraucher in ihrem regionalen Umfeld. „Wir öffnen die Tore unserer Betriebe und erklären dort, wie unsere Landwirtschaft der Garant für eine sichere Versorgung mit gesunden und gleichzeitig bezahlbaren Lebensmitteln ist. Diesen hohen Standard gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln“, sagt Bernhard Barkmann.

Regionale Aktivitäten

In zahlreichen Städten hatten die Landwirte zu kleineren und größeren Informationsveranstaltungen aufgerufen. Dort suchten sie aktiv das Gespräch mit den Verbrauchern vor Ort. In diesem Jahr waren beispielsweise die Städte Braunschweig, Celle, Göttingen, Beckum, Aurich, Stade und Schwerin dabei. Andere ließen es sich nicht nehmen, mit ihren eigenen Schleppern nach Berlin zu fahren, um unterwegs für ihren Berufsstand zu werben. Den weitesten Weg legte ein Landwirt aus Krefeld zurück, der bereits am Dienstag dieser Woche seine Reise angetreten hatte und nach 600 Kilometern in Berlin ankam. Insgesamt trafen sich rund 50 Schlepperfahrer im Herzen der Stadt. Bundesweit unterstützen nach ersten Schätzungen mindestens 5.000 weitere Landwirte die Kundgebung „Dialog statt Protest“.

Auch interessant