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Auflagen bei Bewirtschaftung

Düngeverordnung - hier sollen Bayerns rote Gebiete sein

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
17.04.2018

Die Bayerische Staatsregierung hat am Dienstag eine Verordnung zur Umsetzung der Bundes-Düngeverordnung vorgelegt. Daraus gehen unter anderem die sogenannten „roten Gebiete“ hervor, in denen zusätzliche Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung gelten werden.

Düngeverordnung

Die Bayerische Staatsregierung hat am Dienstag eine Verordnung zur Umsetzung der Bundes-Düngeverordnung vorgelegt. Daraus gehen unter anderem die sogenannten „roten Gebiete“ hervor, in denen zusätzliche Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung gelten werden (siehe Karte).

In den roten Gebieten werden drei Maßnahmen für alle Betriebe vorgeschrieben, die darin Feldstücke haben:

Auf allen Schlägen (Ausnahme: mehrschnittiger Feldfutterbau) muss der Bodenstickstoff untersucht und in der Düngeplanung berücksichtigt werden. Angepeilt ist eine Probeentnahme pro Kultur.

Zusätzliche Wasserberater

Wirtschaftsdünger und Gärrestrückstände müssen vor dem Aufbringen auf Stickstoff und Phosphat untersucht werden. Die Ergebnisse müssen bei der Düngeplanung berücksichtigt werden.

Die Abstände zu Gewässern bei der Düngung werden von 4 auf 5 Meter erhöht. Auf stark geneigten Flächen steigen die vorgeschriebenen Abstände von 5 auf 10 Meter.

Wie Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gegenüber dem Wochenblatt erklärte, können Flächen von Landwirten, die freiwillige Verpflichtungen zum Gewässerschutz eingehen, auf Antrag aus den roten Gebieten ausgenommen werden. Konkret gemeint sind damit Betriebe, die entweder an der Kulap-Maßnahme B10 (Ökolandbau) oder B 28-39 (Umwandlung von Acker in Grünland bzw. Maßnahmen zu Boden- und Wasserschutz) teilnehmen.

Von zusätzlichen Auflagen in den roten Gebieten befreit werden sollen auch Betriebe, die einen Kontrollwert von 35 kg N/ha nachweisen. Überlegt wird derzeit auch, ob Flächen, bei denen Kooperationen mit Wasserversorgern laufen, von den erweiterten Anforderungen befreit werden können.

Zudem soll es in den grünen Gebieten für rund 7500 Betriebe Erleichterungen bei Aufzeichnungspflichten und Vorgaben zu Lagerkapazitäten geben. Konkret sollen rinderhaltende Betriebe mit mehr als drei Großvieheinheiten je Hektar, sofern sie über ausreichend Grünland verfügen, ab 2020 nur 6 Monate Güllelagerkapazität vorhalten. Auch sollen eine Düngebedarfsermittlung sowie die Pflicht zur Feld-Stall-Bilanz erst für Betriebe ab 30 ha gelten. Voraussetzung soll jedoch sein, dass der Stickstoff-Anfall aus tierischem Wirtschaftsdünger 110 kg/ ha nicht überschreitet, maximal 3 ha Intensivkulturen vorliegen und auf die Aufnahme von Wirtschaftsdünger verzichtet wird.

Die Verordnung befindet sich derzeit in der Verbändeanhörung. Änderungen sind also noch möglich.

Zusätzlich will die Staatsregierung mit einem Drei-Punkte-Plan den Gewässerschutz verbessern und den Landwirten helfen, die Vorgaben der Düngeverordnung umzusetzen. Vorgesehen sind:

Ausbau und Verstetigung des Beratungsangebots zum Gewässerschutz. Unter anderem soll die Zahl der staatlichen Wasserberater von 36 auf 47 erhöht werden.

Mit der Initiative Nährstoffmanagement soll ein Programm gestartet werden, um Lagerkapazitäten für zusätzlichen Wirtschaftsdünger bei aufnehmenden Betrieben zu schaffen. Zudem sollen Forschungsvorhaben zur Aufbereitung von Wirtschaftsdünger neue Wege für langfristig effiziente Verwertungsmöglichkeiten aufzeigen.

Im Rahmen eines 4-jährigen Versuchsprojekts sollen emissionsarme und praxistaugliche Techniken für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger auf Grünland weiterentwickelt werden.

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