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Gesetzliche Verstöße

Erneut Vorwürfe gegen bayerische Schlachtereien

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
09.05.2017

München - Das Pikante an den jetzigen Vorwürfen ist, dass es sich bei den Betroffenen um mittelständische Schlachtereien handelt, die zum Teil Bioschweine schlachten.

Die Medien blasen zur Jagd. Nachdem der Spiegel vergangene Woche die Haltung von Schweinen auf die Anklagenbank gesetzt hat, legen nun Süddeutsche Zeitung (SZ) und Bayerischer Rundfunk (BR) nach. Laut Berichten der beiden Medien kommt es in bayerischen Schlachthöfen weiterhin zu unnötigem Tierleid. Die Basis für die Anklage bilden Filmaufnahmen, die der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz zugespielt worden sind. SZ und BR haben die Aufnahmen Kathrin Zvonek von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes zur Prüfung vorgelegt. Die Tierärztin kam zu dem Schluss, dass das Material Tierquälerei und gesetzliche Verstöße an Schlachtbetrieben über Monate hinweg dokumentiere.

Namentlich erwähnt die SZ in ihrem Bericht den Schlachtbetrieb Fürstenfeldbruck. Dort sollen Tiere unzureichend betäubt worden sein und beim Halsschnitt noch gezappelt haben. Damit könnten die Tiere ihren eigenen Tod miterlebt haben. Nach Angaben der Zeitung schlachtete der Brucker Betrieb auch Biotiere und verkaufte das Fleisch an umliegende Metzgereien sowie an Bioland und Naturland. Daraus folgert die SZ, dass die Idee, beim Metzger nebenan Biofleisch glücklicher Tiere zu kaufen, wohl ein Mythos sei. Konfrontiert mit den Vorwürfen, habe der Brucker Schlachthof Ende vergangener Woche bekannt gegeben, die Schlachtung vorerst einzustellen.

Des weiteren wird in dem SZ-Artikel die Metzgerei Ottillinger aus Pöttmes aufgeführt. Sie soll bei Kontrollen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aufgefallen sein. Ihr werden ebenfalls mangelhafte Betäubungen zur Last gelegt. Und auch hier sieht die Zeitung ein Trugbild als geplatzt an, denn die Metzgerei würde im Internet mit Ehrlichkeit und regionaler Qualität werben.

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