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Handeslabkommen

EU-Kommission strebt Freihandelsabkommen mit Neuseeland an

aiz
am
27.11.2017

Der europäische Molkereisektor fordert einen ausreichenden Außenschutz.

Milchkühe Neuseeland

Zu Beginn des kommenden Jahres sollen die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Neuseeland starten. Neuseeländische Politiker werden heute schon in der EU mit einer selbstverständlichen Herzlichkeit empfangen, dass man sich wundert, weshalb nicht schon längst ein Freihandelsabkommen abgeschlossen wurde.

Jetzt will die EU-Kommission Versäumtes nachholen und möglichst rasch mit Neuseeland zu einem Abschluss kommen. Ermutigt wurde die EU schließlich auch durch den am Schluss reibungslosen Verlauf der Verhandlungen m it Japan.

Doch ganz so einfach wird es mit Neuseeland nicht laufen, vor allem weil die EU ihren empfindlichen Milchsektor nicht ohne weiteres der Konkurrenz aussetzen möchte, denn die Zahlen sprechen für sich: In Neuseeland gibt es so viele Milchkühe wie Einwohner.

In der EU kommen dagegen auf jede Milchkuh mehr als 20 Bewohner. Die Herden bestehen in Neuseeland durchschnittlich aus 419 Tieren, in der EU sind es lediglich 36 Milchkühe. Neuseeland hat seine Butterexporte nach China seit 2008 verfünffacht, wohingegen die Lieferungen aus der EU nach China seitdem kaum gestiegen sind.

Das kleine Land auf der anderen Seite der Erde ist ein Milchriese, weshalb im EU-Molkereisektor im Vorfeld der Verhandlungen die Alarmglocken läuten. Der Europäische Milchverband (EDA) lehnt die Verhandlungen mit Neuseeland ab, zumindest solange die Wettbewerbschancen ungleich verteilt sind.

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