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Gemeinsame Agrarpolitik

EU-Kommission zieht verhalten positive Bilanz über "Milchpaket"

aiz
am
25.11.2016

Brüssel - Im zweiten Bericht über die Umsetzung des sogenannten "Milchpakets", das am 3. Oktober 2012 mit einer Reihe von Maßnahmen eingeleitet wurde, zieht die EU eine verhalten positive Bilanz.

Mit dem Paket dürfen EU-Mitgliedstaaten schriftliche Verträge zur Pflicht machen, wodurch vor allem die Milchbauern in osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten bessergestellt werden sollen. Zudem wird im "Milchpaket" etwa ein Zusammenschluss zu Erzeugergemeinschaften oder Genossenschaften für die gemeinsame Aushandlung von Vertragsbedingungen empfohlen.

Die EU-Kommission meldet erste Erfolge und hebt einen hohen Organisationsgrad der Milcherzeuger in Deutschland, Frankreich und Tschechien hervor. Nach einer Umfrage in den EU-Mitgliedstaaten sorgen die Zusammenschlüsse zu 60% für bessere oder zumindest für stabilere Preise. Dennoch sei viel zu tun, hält die EU-Kommission in ihrer Bilanz fest. Milcherzeuger sollten besser informiert werden und die Förderung der gemeinsamen Vermarktungseinrichtungen sollte ausgebaut werden.

Der Bericht sollte ursprünglich 2018 vorgelegt werden, doch angesichts der anhaltenden Probleme im Milchsektor entschied der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Phil Hogan, diesen auf Ende 2016 vorzuziehen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine Ausdehnung der Anwendung über 2020 hinaus in Betracht gezogen werden sollte, um das volle Potenzial des "Milchpakets" auszuschöpfen.

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