Login
Regenerative Energien

EU-Parlament lässt wenig Spielraum für Biotreibstoffe

Biodiesel
aiz, Ulrich Graf
am
19.01.2018

Die Abgeordneten setzen auf Elektroantrieb sowie auf Kraftstoffe aus Algen und Abfällen.

Das Plenum des EU-Parlaments forderte am Mittwoch einen höheren Anteil an erneuerbarer Energie bis 2030 als die EU-Kommission. Bis 2030 sollen demnach 35 % der Energie aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Palmöl soll schon ab 2021 nicht mehr auf die Klimaziele angerechnet werden. Für den Verkehrssektor sieht das EU-Parlament einen Mindestanteil an erneuerbarer Energie von 12 % vor. Allerdings möchten die Abgeordneten Biodiesel und Bioethanol wegen deren Konkurrenz zu Nahrungsmitteln möglichst aus dem Transportsektor heraushalten.

Bis 2030 sollen 10 % von den geforderten 12 % an erneuerbarer Energie im Verkehrssektor aus Strom oder "modernen" Biokraftstoffen - hergestellt aus Algen und Abfällen - bestehen. Für die "modernen" Biokraftstoffe setzten die Abgeordneten zudem einen Mindestanteil von 3,6 % fest. Für Biodiesel und Bioethanol aus agrarischen Rohstoffen bedeutet das eine Einschränkung. Deren Verwendung in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2017 soll bis 2030 nicht mehr ausgeweitet werden.

Immerhin wurde ein Vorschlag des Umweltausschusses des Europaparlaments zurückgewiesen, nach dem die Obergrenze für Treibstoffe vom Acker bis 2030 schrittweise auf Null gesetzt werden sollte. Die Position des Europäischen Parlaments muss nun mit den EU-Mitgliedstaaten und der Kommission abgestimmt werden, die deutlich mehr Spielraum für heutige Biotreibstoffe vorsehen. (Schluss) mö

Mit Material von Kritik von Ufop

Kritik von der Ufop

Die Ufop bezeichnete den Parlamentsentwurf als Einstieg in den Ausstieg. Wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor in 2030 mindestens 12 Prozent betragen soll, wobei 10 Prozent durch Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen zu erbringen sind., so bleiben für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse somit ein maximaler Anteil von 2 Prozent. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) bewertet den Beschluss als Generalabsage an die Zukunft nachwachsender Rohstoffe. Begrüßt wird der Ausschluss der Palmölverwendung ab 2021.

Auch interessant