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Abstimmung zur Waldnutzung

EU-Parlament will Waldnutzung nicht beschränken

Holzpolder
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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
13.09.2017

Straßburg - Anders als die EU-Kommission ist das EU-Parlament nicht für Einschränkungen bei der Intensität der Waldnutzung .

Das ist das Ergebnis einer Abstimmung im Plenum des hohen Hauses am Mittwoch. Dabei ging es um eine geplante europäische Verordnung zu Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF). Norbert Lins (CDU), der zuständige Berichterstatter im EU-Parlament, sprach von einer „sehr guten Gesetzesvorlage“, die die Veränderung der CO2-Bilanz des Waldes verlässlich darstellt und den Staaten die nötige Freiheit in der Bewirtschaftung ihrer Wälder lässt.

Als nächstes muss der EU-Ministerrat seine Position zum Thema finden. Das wird voraussichtlich beim Umweltrat am 13. Oktober geschehen. Danach beginnen dann die Trilogverhandlungen zwischen Parlament, Rat und EU-Kommission. Ein endgültiges Verhandlungsergebnis könnte bis Weihnachten vorliegen.

LULUCF (engl. land use, land use-change und forestry) ist eine internationale Verbuchungskategorie, um die Treibhausgasemissionen und -aufnahme von Land- und Forstwirtschaft zu erfassen. Pflanzen und Bäume nehmen beim Wachstum CO2 auf und speichern den Kohlenstoff. Auf diese Weise leisten sie einen sehr wertvollen Beitrag, die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre und somit die Erderwärmung zu reduzieren. Europas Wälder absorbieren laut Eurostat jährlich etwa 10% der gesamten EU-Treibhausgasemissionen. Mit Auslaufen des Kyoto-Protokolls (2020) und zur Umsetzung des Pariser Abkommens will die EU das weltweit erste LULUCF-Anrechnungssystem installieren.

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