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Umweltpolitik

EU will Klimaneutralität bis 2050

Kuhkopf
BLW
am
06.12.2018

Auch Landwirtschaft soll Kampf gegen Klimawandel verstärken

Brüssel Die Landwirtschaft in der EU muss einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das geht aus einer Mitteilung der EU-Kommission von vergangener Woche hervor. Im Text setzt die Behörde das Ziel, dass die EU bis 2050 klimaneutral werden soll.
Die Kommission erinnert daran, dass die Landwirtschaft „die größte Quelle der EU für Treibhausgasemissionen, die keine CO2-Emissionen sind“, sei. Gleichzeitig habe die Landwirtschaft aber auch die Schlüsselaufgabe der Nahrungsversorgung in der EU. Als Möglichkeiten, wie der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft reduziert werden könnte, werden „Verbesserungen“ bei der Viehhaltung, ein optimiertes Düngemittelmanagement beziehungsweise eine Reduzierung der Düngemittelgaben genannt. Darüber hinaus sieht die EU-Behörde auch ein Potenzial für Emissionseinsparungen in der Art und Weise der Bodenbewirtschaftung, denn durch diese werde die Menge an gespeichertem Kohlenstoff im Boden massiv beeinflusst. Auch die Erzeugung von nachhaltiger Biomasse für die Verwendung in der Bioökonomie und im Energiesektor spiele eine wichtige Rolle, heißt es in der Kommissionsmitteilung.
Der Generalsekretär der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca), Pekka Pesonen, bescheinigte der Brüsseler Behörde, den Beitrag der Landwirtschaft an der Reduzierung der Treibhausgasemissionen anzuerkennen. Insgesamt gehe die Kommissionsstrategie daher in die richtige Richtung.
Kritik übte der Finne jedoch an den Aussagen Brüssels zur Viehhaltung. Deren positive Auswirkungen auf den ländlichen Raum müssten stärker berücksichtigt werden. Der Veredlungssektor in der EU sei einer der „effizientesten“ der Welt und verdiene daher mehr Anerkennung. Anders sehe es dagegen vielfach mit der Tierproduktion in Drittländern aus, wo häufig weniger strikte Umwelt- und Klimabestimmungen gelten würden.
Derweil verwies Bundesumweltministerin Svenja Schulze darauf, dass die EU-Klimaschutzstrategie gut zum deutschen Klimaschutzplan passe. Auch das Berliner Vorhaben ziele auf eine weitgehende Treibhausgasneutralität im Jahr 2050 ab. Ferner zeigten die Kommissionspläne, dass Deutschland „keinen Sonderweg“ gehe; stattdessen gehe man den Weg in Richtung Klimaneutralität gemeinsam mit ganz Europa.
Kritik übte dagegen die klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lisa Badum. Sie vermisst insbesondere Zielmarken für die Jahre 2030 und 2040. Dadurch werde das Erreichen des Ziels für 2050 „auf die lange Bank“ geschoben und auch unwahrscheinlicher.
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