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Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020

Europäische Bauernverband umreisst Ziele

Copa Präsident Martin Merrild
pd
am
10.10.2016

Athen - Copa & Cogeca präsentieren bei Kongress der europäischen Landwirte in Griechenland erste Überlegungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020.

Copa-Präsident Matin Merrild umriss die wichtigsten Punkte mit den Worten: „Wir brauchen eine für die Landwirte praxistaugliche GAP, mit der sie Ergebnisse erzielen können. Die EU muss mehr Ehrgeiz beim Abbau der Bürokratie beweisen, in der wir ersticken. Kommissar Hogans Vereinfachungsinitiative begrüßen wir, aber sie geht nicht weit genug. Einige der vorgeschlagenen Änderungen erschweren den Landwirten ihre Arbeit sogar und sind auch mit Blick auf ökologische Nachhaltigkeit kontraproduktiv. Das muss sich nächstes Jahr und insbesondere in der GAP nach 2020 ändern. Wir brauchen einfache, praxistaugliche und leicht verständliche Regeln.”

„Für die Zeit nach 2020 müssen wir zudem Instrumente auf Betriebsebene erarbeiten, um den Landwirten dabei zu helfen, sich besser gegen die Risiken zunehmend volatiler Märkte abzusichern. Ich denke an Risikomanagementmaßnahmen wie z.B. Versicherungen, Terminmärkte und stärkere Marktverwaltungsmaßnahmen. Die Produktion muss auch besser auf die Erwartungen der Verbraucher zugeschnitten werden. Die GAP muss dementsprechend angepasst werden und dies widerspiegeln. Die Verbraucher müssen sich der hohen von uns eingehaltenen Produktionsnormen und der zahlreichen positiven Auswirkungen der EU-Landwirtschaft auf die Wirtschaft in ländlichen Gebieten, Wachstum und Arbeitsplätze bewusst werden. Die GAP spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Kommunikationsarbeit in diesem Bereich muss verbessert werden“, betonte er.

„Das Dasein der Landwirte dreht sich aber nicht nur um die Märkte, sondern auch um die Möglichkeit, ein gutes Leben in ländlichen Gebieten führen zu können, mit Zugang zu guter Bildung, Gesundheitseinrichtungen und Arbeitsplätzen für unsere Familienmitglieder. Wie jedermann benötigen wir gute Infrastrukturen und Breitband-Internetzugang in ländlichen Gebieten, um unsere Unternehmen entwickeln und Nutzen aus Smart Farming und Digitaltechnologien ziehen zu können. In unseren Workshops betonten die Redner, dass Smart Farming und Präzisionslandwirtschaft den Erzeugern dabei helfen, mit weniger Ressourcen mehr zu produzieren und Betriebsmittelkosten einzusparen. Doch bislang nutzen nur 25 % der Landwirte Präzisionslandwirtschaft - das ist zu wenig. Es braucht Unterstützung und Ausbildung seitens der EU sowie angemessene Breitbandinfrastruktur, damit die digitale Landwirtschaft halten kann, was sie verspricht. Die Forschung muss uns zudem innovative Instrumente an die Hand geben, die die Landwirte nutzen können. Besserer Marktzugang und die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen werden uns dabei helfen, einen Beitrag zur Bewältigung einer der größten Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts zu leisten: der notwendigen Steigerung der Lebensmittelproduktion für eine wachsende Weltbevölkerung. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Präzisionslandwirtschaft uns bei der Bekämpfung des Klimawandels hilft, der die Lebensmittelerzeugung gefährdet”, so Merrild weiter.

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