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Sauenhaltung

Ferkelerzeugung - nachteilige Kostenstruktur

Ferkel Kastration
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.05.2019

Schweineerzeuger gehen davon aus, dass bei der QS GmbH sich die Zukunft der deutschen Ferkelerzeugung entscheidet.

Die Übergangsfrist zur Beendigung der betäubungslosen Ferkelkastration läuft spätestens am 31.12.2020 aus. Die in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehenden Möglich­keiten auf diese Gesetzesänderung zu reagieren, führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrun­gen auf der europäischen Erzeugerstufe. Die von Dänemark und den Niederlanden beschlosse­nen Anpassungsmöglichkeiten sind nach Einschätzung des Landesverband der Niedersächsischen Schweineer­zeuger (LNS) erheblich kostengünstiger umzusetzen als die derzeit von der Bundesregierung zugelassenen Wege.

Da nunmehr absehbar ist, dass der vom Landesverband der Niedersächsischen Schweineer­zeuger geforderte 4. Weg nicht mehr fristgerecht eingeschlagen werden kann, fordern der Verband die QS-GmbH auf, den QS-Status nur solchen Ferkelerzeugerbetrieben zukommen zu lassen, die nach den in Deutschland gesetzlich zugelassenen Wegen kastriert werden. Andernfalls würden aufgrund der unterschiedlichen Kostenstrukturen in EU Nachbarländern strukturelle Verwerfungen drohen. Es sei jetzt schon absehbar, dass deutschen Schweinefleischerzeugung erhebliche ökonomische Nachteile entstehen werden.

Der LNS fordert dazu auf, dass bei der QS-GmbH eine Positivliste mit der nach deutschen Rechtsvorschriften zugelassenen Kastrationsmethoden erstellt wird, damit auch für die Importferkel ein höherer Tierschutzstandard erreicht werden kann. Mastbetriebe sollen nur dann den QS-Status erhalten, wenn sie Ferkel nach der von QS herausgegebenen Positivliste aufstallen.

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