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Sauenhaltung

Ferkelkastration: Die Dänen ringen um Kompromiss

Ferkelschnauzen
pd
am
20.09.2017

Hamm - Auch unsere nördlichen Nachbarn führen heftige Diskussionen zum Thema der betäubungslosen Ferkelkastration.

Der dänische Minister für Umwelt und Ernährung Esben Lunde Larsen möchte nun den Schweinehaltern die Möglichkeit geben, die Ferkel selbst lokal zu betäuben, bevor sie kastriert werden, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. Das sei ein starkes Signal auch nach Deutschland, wertet der Verband und fordert: "Hierzulande müssen Landwirte, Tierärzte und Politik bei der Weiterentwicklung dieses Verfahrens endlich an einem Strang ziehen."

Vorschlag: Lokalanästhesie durch den Landwirt

Laut einer Pressemitteilung des dänischen Landwirtschaftsministeriums soll mehr Tierschutz in punkto Ferkelkastration erreicht werden. Dazu schlägt Minister Esben Lunde Larsen vor, dass Schweinehalter selber eine lokale Betäubung durchführen dürfen. Voraussetzung für die Landwirte sei es dann, an einer Schulung teilzunehmen, um eine lokale Betäubung durchführen zu können.

Ablehnung bei dänischen Tierärzten

Wie in Deutschland stößt der Vorschlag des dänischen Ministers eine Lokalanästhesie bei der Kastration von Ferkeln durchzuführen, auch bei den dänischen Tierärzten auf Widerstand. Ähnlich wie hierzulande zweifeln die dänischen Tierärzte diese Methode an: "Ich denke, es ist ein falscher Weg und die Methode selbst ist schlecht. Sobald die Anästhesie erforderlich ist, sollten die Experten das tun", so Carsten Jensen, Vorsitzender der dänischen Veterinärvereinigung gegenüber TV midtvest. Er geht davon aus, dass der Vorschlag des Ministers den Schweinen noch mehr Schmerzen bzw. Stress verursacht, als die betäubungslose Kastration.

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