Login
Aktion

Ferkelkastration - Heidl ruft Schweinehalter zu Fragebogenaktion auf

Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
22.06.2018

Der 01.01.2019 steht vor der Tür und es gibt intensive Diskussionen, was die betäubungslose Ferkelkastration angeht.

Heidl Walter

Um in dieser Situation einen Überblick zu bekommen, bittet Bauernpräsident Walter Heidl alle bayerischen Schweinehalter, gemeinsam mit ihrem Hoftierarzt  einen Fragebogen auszufüllen:

Fragebogen (Download als PDF)


Den Fragebogen sollen die Schweinhalter ausgefüllt und unterschrieben wegen des hohen Zeitdruckes so bald wie möglich, jedoch spätestens bis zum 4. Juli 2018, per Post, Fax oder E-Mail an den Bayerischen Bauernverband zurückschicken.

Bayerischer Bauernverband
Max-Joseph-Str. 9
80333 München
Fax: 089/55873-711
E-Mail: Marktberichtstelle@BayerischerBauernverband.de

Hintergründe in einem Brief erläutert

In einem Brief geht der Bayerische Bauernverbandspräsident auf die Hintergründe ein - eben dass das Gesetzgebungsverfahren ursprünglich nur drei Wege vorsah:

  • Ebermast,
  • Immunokastration und
  • Kastration unter Betäubung im Sinne einer Narkose

Erst auf Druck des Verbandes sei dann die Grundlage für einen vierten Weg geschaffen worden, indem § 5 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes um einen Passus ergänzt wurde, wonach die Betäubung bei einer Ferkelkastration nicht durch einen Tierarzt durchgeführt werden müsse, soweit die Betäubung nur die Schmerzempfindung, aber nicht das Bewusstsein betreffe.

Als ein Problem in der Fortentwicklung hätte sich aber die Weigerung der Bayerischen Landestierärztekammer und des Bundesverbandes der praktizierenden Tierärzte erwiesen, das Abschlussdokument einer wissenschaftlichen Tagung zur Wirksamkeit der Lokalanästhesie zu unterzeichnen, obwohl es durchaus von Seiten praktizierender Tierärzte Unterstützung für eine Lokalanästhesie gebe. Gleichermaßen hätten sich die Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe bereits im Juli 2017 für den 4. Weg ausgesprochen. 

In diesem Zusammenhang verweist Heidl auch darauf, dass in den vergangenen fünf Jahren jedes Jahr im Durchschnitt mehr als zehn Millionen Ferkel nach Deutschland importiert wurden. Davon stammten über die Hälfte aus Dänemark mit deutlich steigender Tendenz. In Dänemark könne heute bereits mit Procain durch den Landwirt betäubt werden. Ab 01.01.2019 sei dies dort verpflichtend vorgeschrieben. 

Auch interessant