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Studie

Fleischverzicht rettet keinen Regenwald

Rindfleisch
aiz
am
15.02.2019

Der Agrarökonom P. Michael Schmitz befürchtet Wohlfahrtsverluste ohne einen wirksamen Beitrag zu Umwelt-, Klima- und Tierschutz beziehungsweise zur Hungerbekämpfung zu leisten.

Deutscher Agrarökonom Schmitz:

Laut Studie hat fleischlose Ernährung gravierende Wohlfahrtsverluste zur Folge

Gießen, 12. Februar 2019 (aiz.info). - Inwieweit haben das Ernährungsverhalten der Deutschen und nationale Verschärfungen der Tierschutz- und Umweltstandards positive Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Welternährung im globalen Kontext, lautet das Thema einer neuen Studie des Instituts für Agribusiness der Universität Gießen (Deutschland) mit dem Ergebnis: "Eine rein pflanzliche Ernährung kann mit Blick auf Umwelt, Klima und Welternährung nicht halten, was Kritiker der Nutztierhaltung versprechen".

"Ein Fleischverzicht in Deutschland rettet keinen Regenwald", sagt P. Michael Schmitz, Agrarökonom und Autor der Studie, laut einer Mitteilung des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Für nationale Alleingänge beziffert die Studie laut ZDG erheblich negative ökonomische Auswirkungen: So hätte ein Fleischverzicht von 50% Wohlfahrtsverluste von 7,8 Mrd. Euro zur Folge. "Fleischverzicht ist ein ungeeignetes Mittel der Politik. Eine staatliche Konsum- und Produktionslenkung sollte unterlassen werden", sagte Schmitz mit Blick auf Forderungen nach "Veggie-Days".

Fleischverzicht stoppt nicht den Hunger in der Welt

Die Studie untersucht demnach die Kosten und Nutzen einer rein pflanzlichen Ernährung im globalen Kontext mit dem Ziel, Antworten darauf zu finden, wie die Politik auf Problembereiche mit wirksamen und effizienten Maßnahmen reagieren sollte. Zu den untersuchten Problemfeldern zählten die Unterernährung in armen Ländern, die Klimabelastung, der Land- und Wasserverbrauch sowie die Nährstoffverluste der tierischen Produktion. Im Vordergrund stehen laut ZDG drei von den Kritikern der Nutztierproduktion erhobene Forderungen: Dazu zählen Fleischverzicht, die Verschärfung tierschutzbezogener Standards und ein Importverbot für Sojafuttermittel.

Die Studie kommt den weiteren Angaben zufolge zu dem Ergebnis, dass Fleischverzicht, Kostenanstieg und Sojaimportverbot zu Milliardenverlusten für die Erzeuger und die Volkswirtschaft insgesamt führen. Zugespitzt gelte dies, wenn Deutschland Maßnahmen im nationalen Alleingang und nicht EU-einheitlich umsetze. Mit der Politik geht Schmitz laut Dow Jones News dabei hart ins Gericht: "Die bisher verfolgten Politikkonzepte schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Nutztierbranche. Marktanteile und Arbeitsplätze in der Agrarwirtschaft Deutschlands drohen verloren zu gehen, ohne einen wirksamen Beitrag zu Umwelt-, Klima- und Tierschutz beziehungsweise zur Hungerbekämpfung leisten zu können."

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