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Forstpolitik

Der Fluch der guten Tat

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
11.08.2016

München - Die Anlässe, die Politik und die Verwaltung mal zu loben, sind wirklich dünn gesät. Beinahe hätte es jetzt im Forstsektor einen solchen gegeben.

Sepp Kellerer

Die Waldbauförderung stand ja mal in dem Ruf, sie sei sehr kompliziert und wenig praxisgerecht. Bei der letzten Novelle ist da dem bayerischen Forstministerium aber wohl ein Wurf gelungen. Die neue Richtlinie, in deren Mittelpunkt auch der Waldumbau hin zu klimatoleranten Mischwäldern steht, wird von den Waldbesitzern gut angenommen. Der Sturm Niklas und die Dürre im letzten Sommer haben zusätzlichen Förderbedarf verursacht und damit dazu beigetragen, dass die Forstverwaltung jetzt vor dem Fluch der guten Tat steht: Die im Bayerischen Haushalt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel sind aufgebraucht. Es musste ein Förderstopp erlassen werden. Nur noch wenige Programmpunkte, die der Schadensbewältigung dienen, sind offen.
Was hilft ein gutes und zukunftsgerichtetes Förderprogramm, wenn es den potenziellen Empfängern nicht zur Verfügung steht?
Nun könnte man sagen, es geht ja nur um ein paar Waldbesitzer, was soll’s? Aber das ist deutlich zu kurz gesprungen. Es geht nicht nur um ein paar Waldbesitzer, es geht immerhin um ein Drittel der Landesfläche. Es geht nicht um ein bisschen Forstwirtschaft, es geht um Klimaschutz und um Daseinsvorsorge, und das geht alle an in Bayern. Die Klimakonferenz in Paris hat klar herausgestellt, dass Wald und Holz ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sind.
Ob es heuer gelingen wird, den Hebel nochmal umzulegen, ist fraglich. Aber wenn Finanzminister Markus Söder seine Worte ernst nimmt, dann muss er in Sachen Waldbauförderung im Doppelhaushalt 2016/2017 kräftig nachlegen. Es soll ja schließlich in Bayern nicht an der eigenen Bevölkerung gespart werden.

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