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Internationaler Handel

Freihandelsabkommen zwischen EU und Japan wurde fertiggestellt

Freihandel Japan
aiz
am
12.12.2017

Die EU und Japan haben die letzten verbleibenden Einzelheiten für ihr Freihandelsabkommen geklärt. EU-Handelskommissarin betont Chancen für Europa.

"Die Japaner haben großen Appetit auf Lebensmittel aus der EU", verkündete EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nach dem endgültigen Abschluss des Handelsvertrags. Im Juli hatte man sich vorläufig auf ein Abkommen verständigt. Jetzt ist der Text ausformuliert und soll in rund einem Jahr in Kraft treten.

Für die meisten Käsesorten seien die Einfuhrzölle in Japan von bisher 30% auf Null gesenkt worden, berichtete die Handelskommissarin und sieht zukünftig gute Absatzmöglichkeiten für Gouda und andere Käsesorten. Auch für Wein sollen die Zölle von durchschnittlich 15% fallen. Zudem sei der Marktzugang für Rindfleisch und Schweinefleisch aus der EU durch das Abkommen deutlich verbessert worden.

Sehr wichtig für die Europäer ist auch, dass die über 200 "geschützten geographischen Angaben" bei den EU-Lebensmittelprodukten nun auch in Japan unter Schutz stehen werden, berichtet Dow Jones News. "Diese Vereinbarung ist das wichtigste und weitreichendste Abkommen, dass die EU jemals für den Agri-Food-Handel abgeschlossen hat", sagte EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan. "Es wird bedeutende Wachstumschancen für unsere Lebensmittelexporteure in einem sehr großen, reifen und weit entwickelten Markt bringen."

Offen bleibt die Frage des Investorenschutzes. Japan bevorzugt eine private Schiedsgerichtsbarkeit für Investoren im alten Stil, was die EU ablehnt. Aber der Handelsteil des Abkommens wird diesmal vom Investorenschutz abgekoppelt und kann unabhängig davon in Kraft treten.

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