Login
Wolfsmanagement

Fünf-Punkte-Plan zum Wolf

BLW
am
12.07.2018

In Deutschland einigen sich Bund und Länder auf Vorgehensweise.

Wolf jagt Schaf

Bund und Länder wollen in Deutschland Rechtssicherheit bei der Entnahme von Wölfen schaffen. Zu diesem Zweck will der Bund eine Vollzugs-Verordnung vorlegen, die auf einem noch zu erarbeitenden Maßnahmen- und Kriterienkatalog basieren soll. Das ist Bestandteil eines Fünf-Punkte-Plans zum Umgang mit dem Wolf, auf den sich die deutsche Landwirtschaftsministerministerin Julia Klöckner mit ihren Länderkollegen aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Schmidt und Till Backhaus, verständigt hat.

Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, soll eine Änderung der Ausnahmeregelung im Bundesnaturschutzgesetz für besonders geschützte Arten die Voraussetzung für einen bundesweit einheitlichen Umgang mit „Problemwölfen“ schaffen. Demnach soll es künftig zulässig sein, Arten zu entnehmen, die „ernstere Schäden verursachen“. Damit soll eine entsprechende Formulierung aus der europäischen Fauna-Flora-Habitat--Richtlinie übernommen werden.

Regelmäßig überprüfen will man den Erhaltungszustand des Wolfes. Darin einfließen sollen die Ergebnisse des polnischen Monitorings. Die Einführung eines gemeinsamen Wolfsmonitorings in Deutschland und Polen soll geprüft werden. Auf den Prüfstand kommen sollen außerdem die derzeitigen wissenschaftlichen Grundlagen für das Wolfsmanagement. Hier ist man überstimmend der Ansicht, dass die zum Teil veraltet sind, etwa hinsichtlich der Definition des „Erhaltungszustands“.

Übereingekommen sind die drei Minister ferner, Weidetierhalter beim Schutz ihrer Tiere vor dem Wolf stärker zu unterstützen. Für Präventionsmaßnahmen soll es eine 100-%-Förderung geben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will zudem prüfen, ob für Herdenschutzmaßnahmen der Weidetierhalter Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ zur Verfügung gestellt werden können.

Auch für die Arbeitskosten, die etwa beim Zaunbau anfallen, will man eine Lösung finden.

Klöckner hatte die Weidetierhaltung anlässlich des Treffens mit ihren Länderkollegen als „unverzichtbar für die Landwirtschaft und die Tierzüchter“ bezeichnet. Die Rückkehr des Wolfes dürfe nicht dazu führen, dass weniger Tiere im Freien gehalten und die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingeschränkt werden müssten.

Auch interessant